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ARK-XXV/3, Wochenbericht Nr. 8

Beim Einholen der Luftpulser nach Beendigung der refraktionsseismischen Arbeiten. (Foto: M. Koch)

Interpretation der bearbeiteten reflexionsseismischen Daten mit moderner Auswertungstechnik. (Foto: M. Koch)

Aeromagnetische Messwertaufnahme im Helikopter. (Foto: M. Koch)

 Reykjavik – Bremerhaven, 20. September - 26. September 2010

In dieser Woche bildeten die Arbeiten auf den letzten beiden refraktionsseismischen Profilen den Schwerpunkt. Daneben wurde die Bearbeitung der reflexionsseismischen Daten im Rahmen des Onboard-Processing auch in der vergangenen Woche kontinuierlich fortgesetzt und erste Interpretationsergebnisse gemeinsam diskutiert. Das Auslegen der 33 Ozeanbodenseismometer entlang der beiden refraktionsseismischen Linien mit insgesamt 680 km Länge in Verbindung mit Wärmestrommessungen musste pünktlich am Nachmittag des 18.9. abgeschlossen sein, um ein vorgegebenes Zeitfenster für die Datenaufzeichnung zu nutzen. Das Explorationsschiff BERGEN SURVEYOR hatte eine Unterbrechung seiner seismischen Arbeiten für zweieinhalb Tage angekündigt, um Personal auszutauschen. Dadurch ergab sich die Möglichkeit für uns, die Aufzeichnung der refraktions-seismischen Daten entlang der beiden Linien störungsfrei und unter optimalen Bedingungen vorzunehmen. Die Luftpulser wurden pünktlich zu Wasser gebracht und in Betrieb gesetzt. Nach 60 Stunden war die Datenaufnahme planmäßig und ohne technische Probleme abgeschlossen. Nachdem alle Luftpulser und Außenbordsysteme wieder an Deck waren, wurde mit der Bergung der Ozeanbodenseismometer begonnen. An 13 Lokationen war zusätzlich die Entnahme von Sedimentproben mit dem Schwerelot geplant. Für die Arbeiten waren insgesamt drei Tage vorgesehen. Eine Reserve von zwei Tagen war eingeplant, um eventuell nicht auftauchende Geräte später nach voreingestellter automatischer Auftauchzeit bergen zu können.

Bei besten meteorologischen Bedingungen, strahlendem Sonnenschein und absolut ruhiger See waren die Bergungsarbeiten am Dienstag begonnen worden. Die ausgesetzten Landstationen konnten ebenso ohne Probleme bei diesen Bedingungen eingeholt werden und es waren noch weitere zusätzliche Messflüge für die aeromagnetische Datenaufnahme möglich. Dank der großen Erfahrung von Schiffsführung, Decksmannschaft und aller beteiligten Kollegen war bereits nach Abschluss der Arbeiten auf dem ersten der beiden Profile klar, dass die hierfür veranschlagte Schiffszeit nicht in vollem Umfang benötigt wird. Am Donnerstagabend waren dann sämtliche Ozeanbodenseismometer geborgen. Damit wird auch die eingeplante Reservezeit nicht mehr benötigt. Einen letzten Punkt des  Arbeitsprogramms bildet dann vor Antritt der Heimreise noch ein 180 km langes reflexionsseismisches Profil vor Disco Island, das in Ergänzung der Vorarbeiten von 2008 vorgesehen ist. Das komplette Forschungsprogramm wird nach Beendigung dieses letzten Messprofils am 27.9. mittags vollständig abgearbeitet sein. Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigten Ausläufer eines nach Norden ziehenden Sturmtiefs den erfolgreichen Abschluss dieser noch anstehenden Arbeiten nicht behindern. Unsere Walbeobachterin Sarah Stelter von RPS Energy, Großbritannien wird nach Beendigung der seismischen Arbeiten im nahe gelegenen Ilulissat an der grönländischen Küste abgesetzt werden, von wo sie die Heimreise in die USA antreten wird.

Nachdem sich am Sonnabend die Neulinge in arktischen Gewässern den üblichen Ritualen einer Polartaufe unterzogen haben, sehen die Kollegen schon mit Vorfreude der geplanten Ankunft am 9.10. in Bremerhaven entgegen und grüßen nach Hause  

Volkmar Damm
26. September 2010, südliches Baffin Bay, 3°C


 
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