Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

ARK-XXIV/3, Wochenbericht Nr. 5

Ozeanbodenseismometer wird nach dem Auftauchen zum Schiff geschleppt (Foto: Jürgen Gossler)

Ozeanbodenseismometer vor dem Aussetzen. Es ist auf einem Ankerrahmen befestigt, der beim Wiederaufstieg auf dem Meeresboden bleibt. (Foto: Jürgen Gossler)

Geologen-Camp in Nordost-Grönland (Foto: Duanne White)

Nordost-Grönland


FS „POLARSTERN“ ARK-XXIV/3
Reykjavik – Bremerhaven
Wochenbericht Nr. 5, 31.08. bis 06.09.2009


Die Fahrt durch das Eis vor Ostgrönland ging dieses Mal zügig voran. Am Sonntag sammelten wir zunächst die Erdbebenstationen ein, die seit etwa 10 Tagen auf großen Eisschollen in der Framstraße drifteten. Innerhalb von vier Stunden war diese Aktion abgeschlossen.

Nun ging es weiter zum Djimphna-Fjord. Die Wettervorhersage traf zu. Bei sonnigem Wetter fuhren wir in den Fjord und begannen, das Geologieteam und die GPS Stationen zurück auf das Schiff zu holen. Die Flugaktivitäten zogen sich bis zum späten Nachmittag hin. In der Zwischenzeit erkundeten wir mit dem Schiff den mit dünnem Eis zugefrorenen Fjord. FS Polarstern ist wahrscheinlich das erste Schiff, das diesen Fjord befahren hat. Entsprechend vorsichtig wurde navigiert. Am späten Nachmittag verließ das Schiff  die Region. Alle Personen und Geräte waren wohlbehalten wieder auf dem Schiff.

Am 4. September begannen wir, die Ozeanbodenseismometer wieder aufzunehmen, die ca. 10 Tage lang große und kleine Erdbeben aufgezeichnet hatten. Die Geräte wurden durch einen Metallrahmen am Meeresboden gehalten. Durch ein akustisches Signal entkoppelte ein so genannter „Releaser“ den Anker von dem eigentlichen Messgerät. Aufgrund des eigenen Auftriebs stieg das Messgerät, bestehend aus einem Seismometer, einer Aufzeichnungseinheit und einem Batteriepack mit etwa 1,2 m/s Richtung Meeresoberfläche auf. Hier angekommen, wurde automatisch ein Peilsender, der am Ozeanbodenseismometer montiert war, eingeschaltet, um es besser zu orten

Falls das Gerät in der Nacht aufgetaucht wäre, hätte sich zusätzlich ein Blitzlicht eingeschaltet, so dass es ebenfalls visuell leicht zu finden gewesen wäre. Mit Hilfe eines Schlauchbootes wurde das Ozeanbodenseismometer geborgen und auf das Schiff zurückgebracht. Hier wurden sofort die Daten von den Festplatten kopiert, und auf Schiffsrechner gesichert. Mit der Bergung der 28 Ozeanbodenseismometer werden wir bis zum Dienstag beschäftigt sein.

Während dieser ereignisreichen Woche meinte es das Wetter gut mit uns. Bis auf ein paar Nebeltage hatten wir gute Sichten und eine ruhige See. Damit konnten wir unsere Arbeiten zügig durchführen.

Alle sind gesund und grüßen nach Hause

Wilfried Jokat
06. September 2009, Nordostgrönland
+6°C          78°55’N  006°56’E


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite