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ARK-XXII/1, 2. Wochenbericht

 

4.  - 10. Juni 2007 ( (Woche 23)

In dieser Woche waren wir alle privilegierte Nordmeerreisende und konnten das durchgehend ruhige, meist auch sehr sonnige, beinahe sommerlich warme Wetter geniessen. Viele von uns kennen das Europäische Nordmeer auch von seinen anderen Seiten. Die Begeisterung wuchs noch im Laufe der Woche, weil bei dem guten Wetter JAGO bis zu 2 mal am Tage eingesetzt werden konnte und schon sein erster Tauchgang am Sonntag Abend phantastische Eindrücke der artenreichen Ökosysteme der Kaltwasserkorallenriffe bei Röst gewonnen hatte. Das teilweise spiegelglatte Wasseroberfläche, die von Flecken mit viel Bewegung unterbrochen wurde, verriet die Anwesenheit grosser Fischschwärme, wir beobachteten mehrfach Wale, einmal eine ganz Schule von Orcas, die sich an ihnen gütlich taten.

In dieser Woche  wurden eine Vielzahl von Aufgaben abgearbeitet. Zunächst arbeiteten wir am Röst-Riff und konnten dort die ersten 3 Tauchgänge erfolgreich erledigen. Jeder der wissenschaftlichen Tauchbegleiter kam begeistert von den Eindrücken am Meeresboden zurück. Es wurden fleisig Korallen, Schwämme und andere Organismen gesammelt; auf den gestochen scharfen Videos beeindruckte auch der grosse Fischreichtum, überwiegend Köhler.

 

Die  Schüler des HERMES-Schulprojektes sortieren und bestimmen die von JAGO gesammelten Kaltwasserkorallen. Rechts im Vordergrund Professor Laurenz Thomsen von der Jacobs Universität Bremen.

Die Schüler des HERMES-Schulprojektes sortieren und bestimmen die von JAGO gesammelten Kaltwasserkorallen. Rechts im Vordergrund Professor Laurenz Thomsen von der Jacobs Universität Bremen.

ier Schüler, die im Rahmen eines Schulprojektes des europäischen HERMES-Vorhabens an der POLARSTERN-Reise in das östliche Europäische Nordmeer teilnehmen, neben JAGO, dem bemannten Mini-Tauchboot aus Kiel. Von links: Gesche Funk (Bremerhaven), Steffen

Vier Schüler, die im Rahmen eines Schulprojektes des europäischen HERMES-Vorhabens an der POLARSTERN-Reise in das östliche Europäische Nordmeer teilnehmen, neben JAGO, dem bemannten Mini-Tauchboot aus Kiel. Von links: Gesche Funk (Bremerhaven), Steffen Wittek (Bremerhaven), Aline Munyaruguru (Tromsö), Runje Erlandsen (Tromsö).


 

Am Dienstag vesegelten wir nach Norden, um im angrenzenden Tiefseebecken das neuinstallierte Parasound-System zu kalibrieren, was schwierig war und noch nicht ganz abgeschlossen ist. Es eilte jedoch, weil am Mittwoch die beteiligten Wissenschaftler und Techniker mit unseren Helis nach Tromsö ausgeflogen werden sollten; dieser Tag war dann ganz von den Heli-Flügen dominiert und wir waren am Abend froh, als wir die erwarteten vier neuen Wissenschaftler an Bord hatten, und die 10 abreisenden Fahrtteilnehmer (Parasound-Gruppe, Heli-Piloten und -Techniker) heil in Tromsö wussten.

Wir fuhren dann über Nacht wieder an die Küste zurück und versuchten, vor den Vesteraalen-Inseln neue Riffe zu finden; sie waren bekannt in direkter Küstennähe, aber wir fanden keine ausserhalb der 12 Meilen Zone, obwohl wir mit JAGO, Backen- und Kastengreifer danach suchten.  Zwei Wissenschaftler von STATOIL besuchten uns auf der POLARSTERN, um sich einen Eindruck unserer Abeitsmöglichkeiten innerhalb des EU HERMES Projektes zu verschaffen.

Von Floholmen versegelten wir dann wieder zurück zum Röst-Riff, wo wir seit Freitag Abend eine höchst erfolgreiche Serie von Tauchgängen, unterbrochen von Messfahrten und Beprobungen der Wassersäule und des Meeresbodens, abgearbeitet haben. Es gelang, lebende Fauna von den Riffen zu bergen, die jetzt in den Aquarien der POLARSTERN gehältert wird. Der Schleim (Mucus), den die Korallen absondern, und die Schwämme finden ein besonderes Interesse. Unsere HERMES-Schüler und das TV-Team produzieren fleissig für die Öffentlichkeit. Alles ist wohl bei den Nordmeerreisenden.

Jörn Thiede/ Michael Klages



 
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