Die Expedition ANT-XXVI/1
Wochenberichte
25. Oktober 2009: Von Bremerhaven nach Las Palmas
2 November 2009: Durch die Kapverden im Saharastaub
9. November 2009: Donnerstags am Äquator
16. November 2009: Wolken über dem Vema-Kanal
23. November 2009: Es wird kälter...
Zusammenfassung und Fahrtverlauf
Um die experimentelle Erfassung von Stoff- und Energieaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre auf eine solide Basis zu stellen, ist im Rahmen von OCEANET mittels der Vernetzung der Expertisen des IFM-GEOMAR (CO2-/O2-Flüsse, photosynthetischer Status, Energiehaushalt, Fernerkundung), des IfT (Lidarmessungen), des GKSS Forschungszentrums („FerryBox“ und Fernerkundung der marinen Biologie mit ENVISAT/MERIS), und des AWI-Bremerhaven (CO2-System, marine Infrastruktur von FS Polarstern) die Entwicklung autonomer Messsysteme geplant, die langfristig für den operationellen Betrieb an Bord verfügbarer Fracht- und Forschungsschiffe vorgesehen sind. Erstmalig wird die komplette atmosphärische Komponente in einem speziellen Mess-Container "OCEANET-Atmosphere" zum Einsatz kommen.
Die spektral hochauflösenden Sonnenphotometer FUBISS-ASA2 und FUBISS-ZENITH arbeiten im sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängenbereich und werden vorrangig der Aerosolfernerkundung entlang der Fahrtroute des Schiffs dienen. Als Beitrag zum maritimen Aerosol-Netzes der NASA wird halbstündlich die optische Dicke des Aerosol in der Atmosphärensäule gemessen, um Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen und den meridionale Gradienten des troposphärischen Aerosols zu erforschen.
Dekadische Entwicklungen der Temperaturfluktuationen des Antartktischen Bodenwassers werden mittels der Fortführung der hochpräzisen CTD-Beobachtungen in der Umgebung des Vema-Kanals erfasst.
Während des Transfers nach Las Palmas soll eine zu den Meteor-Großgeräten gehörende mobile Hatlapa Friktionswinde mit einem LWL-Kabel von JDR getestet werden. Das Testprogramm dient dazu, die Einsatzfähigkeit von Winde und Kabel wieder herzustellen. Weiterhin wird ein neues 18 mm Fiber-Optik-Kabel sowie die zugehörige Telemetrie unter realistischen Bedingungen auf See getestet. Nach einem ersten operationellen Test des neuen POSIDONIA während ARK-XXIII/1+2 soll auf dieser Fahrt eine abschließende Erprobung stattfinden
Fahrtteilnehmer sollen in der selbsteffizienten Bedienung des neuen hüllenmontierten Parasound-Systems P-70 trainiert werden. Die studentische Ausbildung ist Teil der Graduiertenschule POLMAR. Der Multi-Sensor Core Logger (MSCL) soll für den Einsatz auf ANT-XXVI/2 installiert und kalibriert werden.
Während der Überfahrt sollen kontinuierlich die Luft- und Oberflächenwasserkonzentrationen von leichtflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen sowie deren Isotopenverhältnisse bestimmt werden. Mit Hilfe der erhaltenen Daten sollen Erkenntnisse über die Nord-Süd-Verteilung leichtflüchtiger Halogenkohlenwasserstoffe gewonnen werden. Weiterhin soll die Frage beantwortet werden, ob die Substanzen anthropogenen oder biogenen Ursprungs sind und inwieweit das Vorkommen von flüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen in der Atmosphäre und im Oberflächenwasser durch küstennahe Quellen verursacht wird. Die Daten dienen dazu, noch fehlende Puzzelteile im Gesamtbild des natürlichen Halogenkohlenwasserstoffeintrages zu erhalten.
Die Zusammensetzung der Stickstofffixierenden Mikroorganismen-vergesellschaftung und deren Aktivität sollen anhand von molekularbiologischen Untersuchungen und Mikrokosmos-Experimenten bestimmt werden.
Fahrtverlauf
16. Oktober 2009: Auslaufen Bremerhaven
27. Oktober 2009: Personal- und Gerätewechsel Las Palmas
25. November 2009: Einlaufen Punta Arenas



