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ANT XXV/5, Wochenbericht Nr. 5

Sabrina Radtke, GKSS, vor der Ferry Box an Bord „Polarstern“. (© Foto: S. Radtke)

Punta Arenas – Las Palmas – Bremerhaven
11. April – 24. Mai 2009


Die „Polarstern“ erreichte am 14.05.09 gegen 08:00 Uhr den Hafen von Las Palmas, wo sie zusätzliche Fahrtteilnehmer und Techniker an Bord aufgenommen hat. Die Fahrtleitung ging wie geplant an Saad El Naggar über, da Walter Zenk auf Grund anderer Verpflichtungen nicht bis nach Bremerhaven an Bord bleiben konnte. Nach kurzem Aufenthalt und Versorgung verließen wir den Hafen gegen 11:00 Uhr, um einige Erprobungen bei Wassertiefen von ca. 2000 m in der Nähe von Las Palmas durchführen zu können. Zwei Ingenieure der Firma IXSEA hatten ihre Arbeit unvermittelbar nach dem Einsteigen aufgenommen. Das Unterwasser-Navigationssystem „POSIDONIA“ wurde hier gründlich akustisch und elektronisch untersucht und vermessen. Die mitgebrachte Ersatzelektronik hat funktioniert. Das System ist nun wieder einsatzbereit. Die Software des  Sediment-Echolotes „PARASOUND“ wurde durch den Techniker von Atlas Hydrographic ausgetauscht und das System wurde geprüft und übergeben. Gegen 22:30 Uhr verließen die 3 Techniker nach erfolgreicher Erprobung das Schiff, wo sie mit einem Versorgungsboot abgeholt wurden.

Die „Polarstern“ setzte danach ihre Fahrt in Richtung Bremerhaven fort. Wir werden Bremerhaven am 24.05.2009 morgens erreichen. Die neu eingestiegenen Fahrtteilnehmer bezogen ihre Quartiere und nahmen ihre geplanten Arbeiten unmittelbar auf. Die Forschungsarbeiten laufen ohne Probleme im geplanten Rahmen weiter. Der tägliche Stopp des Schiffes gegen mittags um eins für eine  flache CTD-Station wird fortgesetzt. Diese Messungen werden je nach Verfügbarkeit von direkter Sonneneinstrahlung von den Meteorologen an Bord für Strahlungsmessungen mit der RAMSES-Sonde genutzt. Die begleitenden notwendigen Schlauchbootfahrten werden ebenfalls fortgeführt. Die Wissenschaftlerin vom GKSS-Forschungszentrum Sabrina Radtke berichtet heute über ihre Arbeiten auf Polarstern. Hier ist ihr Bericht:

„Im Rahmen des OCEANET-Projektes befindet sich auch bei der aktuellen Überfahrt von Punta Arenas nach Bremerhaven eine Ferry Box (FB) des GKSS-Forschungszentrums an Bord der „Polarstern“. Dabei handelt es sich um ein automatisiertes Durchflussmessgerät, welches mit verschiedenen Sensoren zur Untersuchung der Wasserqualität ausgestattet ist. Routinemäßig wird die FB auf Fähren und Frachtschiffen, die regelmäßig auf festen Routen in der Nordsee fahren, zur kontinuierlichen Beobachtung der Wasserqualität eingesetzt.  Die Fahrt der Polarstern durch nahezu den gesamten Atlantik, erlaubt es ein Streckenprofil der Meerwasserqualität über mehrere 1000 km zu erstellen.


 

Mit Hilfe der im Durchfluss betriebenen FB können ozeanographische Parameter wie der Salzgehalt oder die Wassertemperatur im Minutentakt exakt zur jeweiligen Position (GPS-Signal) aufgezeichnet werden. Zusätzlich ist die FB mit einem Chlorophyll-a- und einem Trübungssensor sowie einem Sauerstoff- und pH-Sensor bestückt. Die mit diesen Sensoren ermittelten Daten liefern wichtige Hinweise über die sich im Meer abspielenden biologischen Prozesse. So ermöglicht zum Beispiel die so genannte variable Chlorophyll-a-Fluorenszenzsmessung nicht nur eine quantitative Bestimmung der Algen sondern zusätzlich auch eine Bewertung der Aktivität der gemessenen Algen. Bei erfolgreicher Erprobung ist geplant, eine Ferry Box auf Dauer an Bord der „Polarstern“ zu installieren, so dass auf allen weiteren Fahrten solch ein System für die Wissenschaftler zur Verfügung steht.

Nach Beseitigung kleinerer Transportschäden an der FB konnte sie erfolgreich an Bord installiert und in Betrieb genommen werden. Seitdem läuft sie kontinuierlich durch. Zur weiteren Untersuchung und Validierung der aufgezeichneten Daten werden regelmäßig Seewasserproben genommen, filtriert und eingefroren. Diese werden nach Ende dieses Fahrtabschnittes im Labor des GKSS-Forschungszentrums auf verschiedene Nährstoffe  wie Phosphat, Silikat und Nitrat untersucht und mit den gemessenen Daten verglichen.“

Herzliche Grüße im Namen aller an Bord aus dem mäßig bewegten Atlantik,

Saad El Naggar
37°N, 12°W; 17. Mai 2009


 
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