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ANT XXV/1, Wochenbericht Nr. 3

Treffen Polarstern mit der Maria S. Merian (Foto: Holger Uhlig)

17. November - 23. November 2008

In dieser Woche haben wir den Äquator bei 12°04,25’W überquert und befinden uns nun auf der südlichen Halbkugel.

Am 18. November fand mitten im Atlantik ein zufälliges Treffen mit dem deutschen Eisrandforschungsschiffs Maria S. Merian statt. Die Kurse beider Schiffe kreuzten sich, als Polarstern das Forschungsgebiet der Merian passierte. Morgens um 8 Uhr Schiffszeit (9 Uhr in Deutschland) wurden die Schlauchboote klar gemacht, und es fand ein reger Shuttle von einem Schiff zum anderen bei ruhiger See und Temperaturen von 29°C statt (mehr unter www.ifm-geomar.de). Kurze Zeit später trennten sich die Wege beider Schiffe dann wieder. Wir befanden uns während des Besuchs in der innertropischen Konvergenzzone (ITCZ), die für kräftige, tropische Regengüsse zum Teil sogar mit Gewittern bekannt ist. Dieses berüchtigte Regengebiet haben wir aber ganz ohne Regen überstanden, obwohl einige auch ganz gerne Regen gesammelt hätten, um den Eintrag von Substanzen durch Regenwasser bestimmen zu können.


 

Ein Drifter ist zu Wasser gelassen und treibt davon. (Foto: Dieter Peterke)

Kontinuierlich werden die Konzentrationen von flüchtigem, elementarem Quecksilber im Oberflächenwasser und in der Atmosphäre gemessen. Im Ozean wird durch verschiedene Prozesse diese Form des Quecksilbers gebildet. Bislang gibt es für unser Untersuchungsgebiet noch keine Daten. Für die Bestimmung wird Quecksilber aus 5,5 Litern Luft angereichert und anschließend fluoreszenzspektroskopisch quantifiziert. Um im Wasser Quecksilber bestimmen zu können, wird in einem so genannten Equilibrator kontinuierlich ein Gleichgewicht zwischen Quecksilber im Wasser und der Luft hergestellt und das dann in der Luft befindliche Quecksilber analysiert. Es gibt sogar schon erste Ergebnisse, die leicht erhöhte Werte im Bereich des europäischen Kontinentalschelfs zeigen, die dann weiter südlich abnehmen, bis sie südlich 15°N einen deutlichen Anstieg aufweisen. So stellt der Ozean hier im Bereich der ITCZ eine deutliche Quelle für elementares Quecksilber dar.

Ebenfalls in Luft und Wasser werden vielfach fluorierte Verbindungen, die anthropogenen Ursprungs sind und sich weltweit verteilen, untersucht. Sie reichern sich in der marinen Umwelt, z.B. in Fischen und Säugetieren aber auch im menschlichen Blut, an. Für die Bestimmung werden große Luft- und Wassermengen benötigt: Die Substanzen werden aus 1000 m3 Luft bzw. 1000 Litern Wasser extrahiert.


 

Der so genannte Fisch für die Probennahme wird durch das Wasser geschleppt. (Foto: Dieter Peterke)

Die Woche über hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass Neptun der Polarstern einen Besuch beim Überqueren des Äquators abstatten würde. Am 20. November traf dann auch Neptuns Bote Triton ein, und am nächsten Tag erschien direkt während der Überquerung des Äquators Neptun höchst persönlich. Die traditionelle Taufe hat allen viel Spaß gemacht.

Südlich des Äquators werden jetzt alle drei Breitengrade Driftkörper (so genannte Floats) ausgesetzt, die zum weltweiten Argo-Messnetz gehören. Diese Floats tauchen regelmäßig bis zu einer bestimmten Tiefe ab, sammeln Daten, tauchen wieder auf und senden dann die Daten an die Datenzentren. So können viele Daten über mehrere Jahre hinweg gewonnen werden, während die Floats durch die Ozeane treiben.

Die Temperaturen sind nicht nur in Deutschland sondern auch bei uns etwas gesunken und liegen bei angenehmen 24°C. Nun sind schon gut drei Wochen dieser Expedition vorüber, und erste Gedanken und Vorbereitungen für das Ende der Reise werden getroffen.

Alle schicken wieder die herzlichsten Grüße nach Hause,

Gerhard Kattner


 
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