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ANT XXV/1, Wochenbericht Nr. 4

Der Kranzwasserschöpfer geht zu Wasser... (Foto: Norbert Hertkorn)

24. November - 3. Dezember 2008

Das Wetter hat uns auch diese Woche mit viel Sonnenschein verwöhnt. Das kann hier auch ganz anders aussehen, denn starke südöstliche Passatwinde und wolkenbedeckter Himmel sind keine Seltenheit. Die Forschung an Bord läuft weiterhin reibungslos. Die Systeme, die das Wasser an Bord pumpen, funktionieren einwandfrei, und so ist auch noch in der letzten Woche für reichlich Arbeit gesorgt. Am 29. November wurde die letzte Station, bei der aus großer Tiefe Wasserproben genommen wurden, durchgeführt. Hier im Kapbecken ist es über 4600 Meter tief und in der bodennahen Wasserschicht befindet sich bereits Antarktisches Bodenwasser mit Temperaturen von nur noch 0,7°C. Am 30. November wurde mittags die letzte Station bis 200 m Tiefe gemacht. Das gute Wetter und der Sonnenschein ermöglichten auch immer wieder den Einsatz des Schlauchboots, um Strahlungsmessungen unbeeinflusst vom Schiff aus machen zu können.

Neben den Arbeiten zur chemischen Charakterisierung der gelösten organischen Substanzen wird auch ein breites biologisches Programm durchgeführt. Das partikuläre organische Material wird detailliert untersucht. Proben werden genommen, um die Pigmentzusammensetzung der Algen- und Cyanobakteriengemeinschaften in den verschiedenen Klimazonen zu bestimmen. 


 

...und ist im Wasser. (Foto: Norbert Hertkorn)

Diese Daten werden genutzt, um Chlorophyll- und Biomassedaten, die aus Satellitenaufzeichnungen gewonnen werden, zu verifizieren. Die mikrobiologische Arbeiten befassen sich unter anderem mit der Frage, wie Chitin abgebaut wird. Chitin ist eine der häufigsten Verbindungen im Meer und wird insbesondere von speziellen Bakterien der Gattung Vibrio zersetzt. Es ist unbekannt, welche Produkte dabei entstehen und wie sie zu den gelösten organischen Verbindungen beitragen.

Im Verlauf dieser Woche, hier südlich des Äquators, hat die biologische Produktion in Form von Algenwachstum aber auch bakterieller Produktion stark zugenommen. Parallel dazu sind die Konzentrationen zweier interessanter Schwefelverbindungen, nämlich von Dimethyl-sulfoniopropionat (DMSP) und Dimethylsulfid (DMS), angestiegen. Die Werte für DMS lagen um das 10 fache über den mittleren Werten, die sonst im Ozean auftreten. DMSP wird von Algen, dem Phytoplankton, produziert und insbesondere durch Bakterien zu DMS gespalten, das dann in die Atmosphäre gelangt. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Konzentrationen von DMS dort am höchsten sind, wo die Phytoplanktonbiomasse gering aber die Bakterienanzahl groß ist. Die Oxidationsprodukte von DMS in der Atmosphäre reduzieren die Sonneneinstrahlung. Diese Zusammenhänge zeigen, wie die Mikroorganismen im Meer die Spurengase in der Atmosphäre und sogar unser Klima beeinflussen.


 

Nun hat es zum Ende der Fahrt, am 30. November, doch noch einmal etwas kräftiger mit 7 Windstärken aufgebrist. Am Abend wurde zum Abschied auf dem Achterdeck gemeinsam gegrillt, und am nächsten Tag die Forschungsarbeit beendet. Dann wird alles zusammen gepackt, und am 3. Dezember morgens werden wir in Kapstadt festmachen.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller und der immer währenden freundlichen und professionellen Unterstützung durch die Mannschaft der Polarstern konnten alle Arbeiten in vollem Umfang durchgeführt werden. Wir verabschieden uns mit dem letzten Wochenbericht und können auf eine sehr erfolgreiche und schöne Fahrt zurückblicken.
 
Herzliche Grüße,

Gerhard Kattner.

Wissenschaftliches Team von ANT-XXV/1 (Foto: Holger Uhlig)


 
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