ANT-XXIV/1, Wochenbericht Nr. 4
19. - 25. November 2007
Die vierte und letzte Woche unseres kurzen Fahrtabschnittes verging wie im Flug. Es standen noch Stationen südlich des Walfisch-Rückens quer ab Namibias auf dem Arbeitsplan, die wir alle erfolgreich absolviert haben. Die letzten Proben sind derweil genommen, die Fangnetze in ihre Einzelteile zerlegt, die Geräte abgebaut, die Kisten gepackt und in Container verstaut. Labore und Kühlcontainer sind auf Hochglanz geputzt.
Heimwärts geht es mit vielen Daten und Proben, die sicher viele von uns die nächsten Monate bis Jahre beschäftigen. Zwar ist das Ausmaß der Ergebnisse noch nicht ganz zu überschauen. Erste Abschätzungen deuten allerdings auf ein hervorragendes Resultat.
Mehr als eine Million Kubikmeter Wasser haben wir insgesamt mit unseren Netzen filtriert und aus dem Material mehr als 60 000 Tiere sortiert und bestimmt (siehe Tabelle unten).
Viele der bestimmten Arten wurden gleich an die Molekulargenetiker vor Ort zur DNA-Analyse weitergereicht. Insgesamt kamen 2043 Individuen von 389 Arten für die DNA- Barcoding-Analyse zusammen, 122 DNA-Sequenzen von 66 Arten wurden direkt an Bord erstellt.
Einigen Tiere ließen sich bislang jedoch nicht eindeutig bestimmen. Wir sind sicher, dass neue, noch nicht beschriebene Arten darunter sind. Eine wahre Schatzgrube für ausdauernde Taxonomen und Molekulargenetiker.
Während die Zooplanktologen Tiere unter dem Mikroskop sortiert und bestimmt haben, waren die „Nicht-Zooplanktologen“ eifrig dabei, Luft- und Wasserproben zu sammeln und zu untersuchen. So filterten etwa die Phytoplanktologen rund 3700 Liter Wasser auf 485 Filter und maßen 56 778 Mal die Fluoreszenz von Chlorophyll a im Oberflächenwasser aus dem Brunnenschacht. Die Kieler Meteorologen erstellten derweil 71 202 Fotos der Wolken am Himmel.
Am 24.11. gab es zum Abschluss ein letztes fröhliches Grillfest auf dem Arbeitsdeck und im großen Nasslabor.
ANT-XXIV/1 war eine sehr angenehme und überaus erfolgreiche Expedition. Die kompetente, freundliche und engagierte Unterstützung unserer Arbeiten durch Kapitän Jakobi und der gesamte Besatzung hat wesentlich zum Erfolg dieser Fahrt beigetragen: ein herzliches Dankeschön im Namen aller Fahrtteilnehmer!
Am frühen Morgen des 26.11. werden wir in Kapstadt einlaufen. Mit Wehmut nehmen wir Abschied von Polarstern, freuen uns aber auch schon auf Kapstadt und auf zuhause.
Mit einem herzlichen Gruß von uns allen
Sigrid Schiel
(Fahrtleitung)
Kurze Bilanz unserer Arbeiten an Bord:

Kurze Bilanz unserer Arbeiten an Bord:


