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Kampagnen

Die Vorbereitungen und der lange Weg zum Einsatzort

Die Einsätze der Polarflugzeuge gliedern sich in der Regel in eine Vor- und Nachbereitungsphase mit Testflügen von Bremerhaven aus, in die Überführung zum Messgebiet und in den Aufenthalt in den Polarregionen mit den Messflügen und logistischen Einsätzen. An eine ca. 10 Tage dauernde Vorbereitungsphase für die Messtechnik schließen sich die Überführungen und die Kampagnen an. Grönland und Svalbard werden normalerweise in 2 Tagen erreicht und die Kampagnenzeit beträgt 3 bis 6 Wochen. Bei den Antarktiseinsätzen hingegen dauert allein die Überführung schon 2 bis 3 Wochen je Richtung. Der Einsatz im Eis schließt nicht nur die eigentlichen Messflüge ein, sondern auch Zeiträume, in denen die Flugzeuge für logistische Aufgaben eingesetzt werden oder für Not- und Rettungsflüge in Bereitschaft stehen, so dass Kampagnenzeiten von 3 bis 4 Monaten erreicht werden können.

Die in Deutschland stationierten Polarforschungsflugzeuge werden für Missionen in der Arktis teilweise mit der Messausrüstung an Bord überführt. Dies ist möglich, da auf den Routen in die Messgebiete ausreichend Flugplätze vorhanden sind. Auf dem Weg in die Antarktis müssen die Polarflugzeuge jedoch den Atlantik überqueren, der mit 2860 km auch die längste Etappe bedeutet. Möglich wird die Atlantiküberquerung jedoch nur ohne Messinstrumentierung. So werden auch die nicht einziehbaren Ski, die einen höheren Widerstand erzeugen, erst in Südamerika, der letzten Station vor der Antarktis, angebaut. Da die beiden langen Etappen über den Atlantik und die Drake-Passage an die Grenzen des Machbaren stoßen, kommt es immer wieder durch ungünstige Wetterbedingungen und das Warten auf geeignete Winde zu Verzögerungen im Flugplan.


 

Ein Messflugtag

An einem typischen Tag mit Messflugbetrieb werden früh morgens die aktuellen Wetterprognosen vom Meteorologen am Einsatzort eingeholt. Zu Beginn einer Messkampagne wird der Meteorologe über den geplanten Ablauf der Kampagne informiert. Dieser prüft schon am Vortag des Flugs das jeweilige Messgebiet, um eine genaue Vorhersage machen zu können. In der Antarktis ist ein Wetterberater des Deutschen Wetterdienstes an der Neumayer-Station im Rahmen von DROMLAN (Dronning Maud Land Air Network) stationiert.

Im Anschluss wird mit dem gesamten Team, bestehend aus Wissenschaftlern, Piloten, Messingenieuren und Mechanikern, besprochen, ob der wissenschaftlich gewünschte Messflug in der geplanten Form durchgeführt werden kann. Erst dann beginnen die letzten Vorbereitungen. Die Arbeit wird so aufgeteilt, dass zwischendurch noch gefrühstückt werden kann und  niemand hungrig an Bord gehen muss.  

Je nach Instrumentierung können die Messflüge bis zu 7 Stunden dauern. Zeit, in der die Messdaten ausführlich protokolliert werden, in der neben der Arbeit aber auch mal mit den Piloten geplaudert wird, sofern die Messsysteme einwandfrei funktionieren. Auch gegessen wird an Bord, mit etwas Glück hat der Stationskoch vor Abflug einen Imbiss vorbereitet. Die Stimmung an Bord hängt vor allem vom Fortschritt und Erfolg der Datenerfassung ab. Hakt es in der Messanlage oder geht es durch turbulente Luftmassen, kommt schnell eine angespannte Atmosphäre auf.


 

Die Zusammensetzung der Mannschaft in der Kabine hängt von den Messsystemen an Bord ab. Neben den beiden Piloten ist mindestens ein weiterer Techniker oder Wissenschaftler an Bord, um die Messanlage zu bedienen. Für  geophysikalische Untersuchungen reicht meist eine Person aus, da weniger Geräte nötig sind und das Flugmuster im Vorfeld festgelegt wird. Bei Messflügen zur Erforschung der Atmosphäre sind oft so viele Systeme an Bord, dass eine Person allein sie nicht mehr steuern kann. Hier ist die Wettersituation für die Messungen besonders wichtig,  so dass zusätzlich auch der wissenschaftliche Projektleiter mit an Bord ist.

Nach dem Messflug werden die aufgezeichneten Daten gesichert und das Messsystem im Flugzeug für den nächsten Flug vorbereitet. Sollte ein zweiter Messflug am selben Tag geflogen werden, erfolgt nach einer Pause eine erneute Einsatzbesprechung mit dem Meteorologen und allen Beteiligten.


 
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Kontakt

Dr. Uwe Nixdorf
Leiter Logistik

Dr. Andreas Herber
Kampagnenleitung Klimawissenschaften

Dr. Daniel Steinhage
Kampagnenleitung Geowissenschaften

Martin Gehrmann
Zulassungsarbeiten, Kampagnenbetreuung Küstenforschung

Manuel Sellmann
Fernerkundung, Kampagnenbetreuung Meteorologie

Christoph Petersen
Elektronik, Kampagnenbetreuung Geophysik

Silke Henkel
Frachtabwicklung, Administration