Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

Schmelztümpel auf Meereis

Arktisches Meereis im Sommer mit Schmelztümpeln.
Foto: Marcel Nicolaus, AWI

Der Schnee auf arktischem Meereis schmilzt in jedem Sommer vollständig, und zurück bleiben Tümpel aus Schmelzwasser. Diese Schmelztümpel bestehen also (zumeist) aus Süßwasser. In großen Teilen der Arktis bilden sich die Tümpel innerhalb weniger Tage Anfang Juni und verschwinden erst mit dem Gefrieren der Oberfläche im September wieder. Je nach Oberflächenstruktur des Meereises bilden sich die unterschiedlichsten Formationen von Tümpeln, zumeist mit einem Durchmesser von einigen Metern. Auf jungem, ebenem Eis bilden sie aber oft auch ganze Seenplatten, bei denen der einzelne Tümpel nur schwer zu definieren ist, weil alle Tümpel so stark miteinander verbunden sind. Die Farbe der Schmelztümpel hängt vor allem von der Eisdicke UNTER dem Tümpel ab, da der dunkle (schwarze) Ozean dann mehr oder weniger stark durchscheint. Auf dickerem, mehrjährigem Meereis sind sie folglich eher türkis, bei dünnerem, einjährigem Eis dunkelblau bis schwarz.


 

Für unsere Arbeit spielen die Tümpel eine besonders große Rolle bei den Strahlungsmessungen, aber auch die generelle Verteilung von Schmelztümpeln studieren wir anhand von Luftbildern. Im Rahmen der Energiebilanz des Meereises fallen die Tümpel stark ins Gewicht, denn im Gegensatz zum umliegenden weißen Meereis, reflektieren die Schmelztümpel nur einen Bruchteil des Sonnenlichtes, dafür dringt jedoch mehr in das Meereis und durch das Meereis in den Ozean ein. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Tümpel keine Oberfläche aus Schnee oder zerfallenem Meereis haben, die fast das gesamte Licht reflektiert. Wenn diese "Streuschicht" durch die Ansammlung von Schmelzwasser entfällt, dingt wesentlich mehr Licht in das Eis ein und kann dann auch durch das Eis in den Ozean gelangen.

Im und unter dem Meereis ist das Licht die Hauptenergiequelle (Photosynthese), und zusammen mit Nährstoffen bildet es die Grundlage für das dortige Leben. Somit stellen die Fragen rund um die Schmelztümpel auch eine unserer engsten Verbindungen zu der Arbeit unserer biologischen Kollegen dar. Zusammen arbeiten wir an Fragen: „Wo und wann steht genug Licht für biologische Produktion zur Verfügung?“ oder „Welche Eigenschaften hat das Licht, kann man daraus z.B. Aussagen über die Zusammensetzung der Organismengemeinschaften treffen?“. Außerdem wirkt sich der Strahlungstransfer in und durch das Meereis natürlich auf das Schmelzen des Meereises aus. Die Frage ist: „Wann und wo schmilzt wieviel Meereis?“


 

Polarstern während der Expedition 'TransArc'
Foto: Marcel Nicolaus, AWI

ROV Station auf dem Meereis während der TransArc 2011.
Foto: Marcel Nicolaus, AWI


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite
 
 

Siehe auch Pressemitteilung

Schmelztümpel auf Meereis

Schmelztümpel auf arktischen Meereis.
Foto: Stefan Hendricks, AWI