Atmosphärische Zirkulationen

Grüner Aerosol-Lidarstrahl an der AWIPEV-Station in Ny-Ålesund/Spitzbergen. Hintergrund: Grünes Nordlicht.
Das Erdklima ist überwiegend durch die räumlichen Strukturen großskaliger atmosphärischer Zirkulationsmustern und ihren zugehörigen zeitlichen Veränderungen geprägt. Klimavariationen auf saisonalen und dekadischen Zeitskalen werden sowohl durch externe und anthropogen erzeugte Klimavariabilität als auch durch die globale Dynamik von bevorzugten Oszillationsmodi des gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Seeeis Systems beeinflusst.
Die chemisch bedingten Störungen der Ozonschicht in den Polarregionen sind eines der stärksten Signale für Veränderungen in der Atmosphäre. Zunehmende Konzentrationen der Treibhausgase und Aerosole sowie die Veränderungen in der globalen Verteilung des Ozons weisen auf eine anthropogen bedingte Komponente bei globalen Klimaveränderungen hin. Jedoch wird die Abschätzung der zukünftigen Klimaentwicklung begrenzt durch unzureichende Kenntnis der Ursachen natürlicher Klimaschwankungen und deren komplexe Wechselwirkung mit den gegenwärtigen anthropogen bedingten Einflüssen.
Ozon- und Klimauntersuchungen in den Polarregionen sind darauf konzentriert, den regionalen und globalen Antrieb für Klimaänderungen besser zu verstehen.
Eine enge Kopplung zwischen Modellierung und Beobachtung ist erforderlich, um dynamische und chemische Prozesse in der arktischen Atmosphäre zu analysieren, um den Einfluß der Eisbedeckung und ozeanischer Prozesse auf die Atmosphäre zu quantifizieren und um die natürliche Variabilität des Systems zu berücksichtigen, das eine Variabilität in der Zeitskala von Jahrzehnten bis Jahrhunderten in nichtlinearer Reaktion auf atmosphärische Fluktuationen in der Zeitskala von Tagen zu Wochen zeigt.
Das hochauflösende Regionalmodell (HIRHAM) wird als Werkzeug eingesetzt, um detailliert Klimaprozesse in der arktischen Atmosphäre zu modellieren, um für unzugängliche Regionen der Arktis konsistente Klimadaten zu generieren und um den Klimaantrieb ausgewählter chemischer und dynamischer Prozesse zu untersuchen. Eine Hierarchie von Klimamodellen mit unterschiedlichem Komplexheitsgrad wird zur Modellierung der natürlichen Klimavariabilität eingesetzt.


