Marine Lipide

Calanus hyperboreus
Das marine Zooplankton hat eine Schlüsselrolle im pelagischen Nahrungsnetz, da es Energie von einzelligen Algen zu höheren Organismen transportiert. Vor allem in den Polarregionen muß das Zooplankton lange Winter mit Eisbedeckung und Dunkelheit meistern, das heißt nur in der relativ kurzen Frühjahr/Sommer Periode gibt es Nahrung im Überfluß. Im allgemeinen sind die verschiedenen Zooplanktongruppen sehr gut an diese Verhältnisse angepaßt. Sie haben eine Lipidbiosynthese entwickelt, die es gestattet, während der kurzen Phytoplanktonblüte im Sommer große Mengen an Lipiden anzureichern. Die Eigenschaften der Lipide gestatten es, Energie sehr effizient zu speichern. Die Lipide von Copepoden, Krill, Amphipoden und anderen Zooplanktern dienen als Energiereserven für höhere Organismen, wie z.B. für Hering, Lodde, Kabeljau, Seevögel und Wale.

Besondere Lipidverbindung in Clione limacina: 1-O-alkyldiacylglycerol

Clione limacina
Die zur Zeit laufenden Untersuchungen dienen zum Verständnis des Lipidstoffwechsels und anderer metabolischer Prozesse von Zooplankton-Schlüsselarten (Copepoden, Amphipoden, Pteropoden, Ctenophoren) im polaren Nahrungsgefüge. Von besonderem Interesse ist dabei der Lipidstoffwechsel während des Überwinterns. Fütterungs- und Hungerversuche wurden mit dem Pteropoden Clione limacina durchgeführt, weitere Experimente dienen zum Verständnis des Transports von Lipiden von calanoiden Copepoden zu Mertensia ovum (Ctenophora). Ein wichtiger Punkt bei diesen Untersuchungen ist die Umwandlung von Wachsestern und der Verbleib von Fettalkoholen aus den Copepoden.


