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Forschungsfahrt Ostatlantik (2006)

Highsea IV in Lissabon - morgen geht's los

Forschungsfahrt mit der Brigg "Roald Amundsen"

 

...kurz gefasst

SchülerInnen des dritten und vierten Jahrgangs des AWI-Schulprojektes HIGHSEA haben eine Forschungsfahrt mit dem Traditionssegler "Roald Amundsen" in den Atlantik durchgeführt. Zwei ein halb Wochen lang standen die biologische und ozeanografische Untersuchung der Seeberge (untermeerische Erhebungen) "Ampere" und "Seine" auf dem Programm. Unterstützt wurde die Fahrt von WissenschaftlerInnen des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und der National University of Ireland, Galway (NUI). Die Fragestellungen sind eingebettet in das Unterrichtsgeschehen der SchülerInnen. Die Forschungsfahrt fand zum Halbjahreswechsel im Januar und Februar 2006 statt. So konnte sichergestellt werden, dass der Unterrichtsausfall an den Schulen nicht zu umfangreich wurde.


 

Hieven der CTD-Sonde. Wenn alle mit anpacken, ist sie bald schon oben

Die SchülerInnen sind eigenständig und selbstverantwortlich wissenschaftlichen Fragen nachgegangen. Dabei eigneten sie sich im forschend-experimentellen Lernen einerseits Fachwissen an, das zur Beantwortung ihrer Fragen benötigt wird. Andererseits wurden aber sowohl in der Planungsphase als auch während der Experimentier- und Nachbereitungsphase Projektkoordination sowie Kooperation und Kommunikation innerhalb eines für SchülerInnen sehr großen Projekts geübt. Diese Fähigkeiten werden in alltäglichen Unterrichtssituationen in der Schule so nicht gelernt, so dass sich für Bremerhavener SchülerInnen insbesondere durch die Nähe zum Alfred-Wegener-Institut hier eine herausragende Chance bietet. Verschiedene Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sowie des Rundfunks haben ihre Beiträge bereits ausgestrahlt.



 

Spender& Sponsoren

Die Gesamtkosten der beiden Forschungsfahrten betrugen etwa € 40.000. Das AWI unterstützte das Projekt durch Freistellung der WissenschaftlerInnen (insg. 4 Personenmonate) und durch Bereitstellung von Geräten nachdrücklich. Die verbleibenden Kosten setzten sich zusammen aus Reisekosten für An- und Abreise (ca. € 7000), der Charter für den Traditionssegler (€ 25000) und die Transportkosten für die Ausrüstung (ca. 4000). Die Eltern übernahmen ca. € 19.000 dieser verbleibenden Kosten, so dass wir die Restsumme von € 15000 mit der Unterstützung von Spendern und dem AWI finanzieren mussten.

Wir danken allen Spendern & Sponsoren sehr herzlich - durch Ihre Unterstützung konnten wir zwei sehr erfolgreiche Reisen organisieren!

Spender & Sponsoren:

  • Stifterpreis der Bremerhavener Wirtschaft! (Presseartikel 1, Presseartikel 2)
  • Ursula Wulfes Stiftung, Bremerhaven
  • J. H. K. Anlagenbau u. Service GmbH & Co. KG, Bremerhaven
  • Nautilus Marine Service, Bremen
  • Elektro Schulz, Langen
  • Ingenieurbüro Pinnow, Hamburg
  • IKS Ingenieurbüro Kurt Schwirten, Harkebrügge

Sie möchten zukünftige Projekte dieser Art unterstützen?

So geht's...
Die Sponsorensuche für die Arktisexpedition mit dem Bildungslogger Lovis ist abgeschlossen. Wir werden aber auch in den folgenden Jahren mit den zukünftigen Jahrgängen dieses Projekts immer wieder Forschungsfahren durchführungen. Auch für solche Folgefahrten sind wir dann wieder auf Spender angewiesen. Schicken Sie uns eine e-mail oder sprechen Sie mit uns, wenn Sie sich eine solche Unterstützung vorstellen können.


 

wohlverdiente Pause an Deck

Ziele

Als wissenschaftliches Ziel haben sich die SchülerInnen vorgenommen, hydrografische und biologische Winterdaten aus dem Gebiet der Seeberge "Ampere" und "Seine" zu erheben. Weil es keine Winterdaten aus diesem Seegebiet gab, ist dieses Ziel einzigartig und ambitioniert zugleich. Die hydrografischen Messgrößen Temperatur und Salzgehalt wurden von den SchülerInnen an Bord mit mathematischen Methoden aufgearbeitet. Sie konnten mit den Ergebnissen Rückschlüsse auf die Umströmung der Seeberge gewinnen und lernen, diese im Zusammenhang mit biologischen Messungen zu deuten. Die Umströmung hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Biologie über den Seebergen (mehr zur Physik der Umströmung: siehe unten) . Die SchülerInnen haben zusätzlich zu den hydrografischen Daten Planktonproben genommen. Mit den Planktonproben innerhalb und außerhalb des Bereichs der Seeberge sollten Unterschiede der Artenzusammensetzung und Biomassen untersucht werden. Durch die neuen Winterdaten können die SchülerInnen die WissenschaftlerInnen am AWI und NUI mit neuen Erkenntnissen über die saisonale Variabilität unterstützen. Das naturwissenschaftliche Interesse und die Fähigkeiten der Schülerinnen zu fördern, ist ein wichtiges und nachhaltig wirkendes Ziel dieser beiden Forschungsreisen.


 

Hintergrund der Fahrt

In enger Kooperation zwischen dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhavener Schulen und den Bildungsbehörden wird seit vier Jahren ein herausragendes Unterrichtsprojekt getragen. In jedem Jahrgang bereiten sich 22 naturwissenschaftlich besonders interessierte SchülerInnen im AWI auf ihr Abitur vor. Drei Jahre lang erarbeiten sie sich forschend - experimentell Unterrichtsgegenstände. AWI WissenschaftlerInnen nehmen aktiv an der Unterrichtsgestaltung teil und gewährleisten eine enge Anknüpfung des Unterrichts an laufende Projekte des Instituts. Bei weit gehend aufgelösten Fächergrenzen arbeiten vom Schulamt freigestellte Lehrkräfte für Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Englisch in Form des 'Teamteaching' zusammen. Der Unterricht in den genannten Fächern findet an zwei Tagen pro Woche im AWI und nicht mehr in der Schule statt.

 

 

Die Brigg "Roald Amundsen"

Die „Roald Amundsen“ ist wird vom Verein „Lebenlernen auf Segelschiffen“, Eckernförde (LlaS) betrieben. Das Schiff wird vor allem für Jugend- und Bildungsreisen besonders zur Pflege des Traditionssegelns eingesetzt. Zur Stammcrew gehören neben dem Kapitän und den Wach-führenden Nautikern 11 weitere Crewmitglieder, die in die Arbeit an Deck und im Rigg einweisen. Ohne die aktive Mitarbeit der HIGHSEA- Schülerinnen & -Schüler ist der Betrieb des Schiffes nicht durchführbar.

 

 


 

alle im Rigg...

Technische Daten

Länge über alles: 50,2 m

Rumpflänge: 40,8 m

Breite : 7,2 m

Tiefgang: 4,2 m

Masthöhe über Kiel: 34,0 m

Verdrängung: 480 t

Segelfläche: 850 m2

Maschine: Buckau Wolff Motor 300 PS

Baujahr/Umbau: 1952/1992

Navigations- und Sicherheitsausrüstung:Radar, Echolot, GPS, AP-Navigator, Magnetkompaß, UKW-Sprechfunk, Satellitennotsender, Inmarsat-Anlage, Kurzwellensender, Osmose-Anlage (zur Herstellung von Trinkwasser), Rettungsinseln, Beiboot mit Außenborder, Sicherungsgurte und Schwimmwesten

Weitere Information zum Schiff: www.llas.de


 

Ausrüstung

Die hydrografischen Daten wurden mit einer Sonde (CTD - Conductivity, Temperature, Depth) erhoben, die mit einer Winde in die Tiefe gefiert wird. Wasserproben wurden mit einem 5 Liter Schöpfer in verschiedenen Wassertiefen genommen und dienten der Kalibierung der Sonde. Seit zwei Jahren gibt es am AWI eine mobil einsetzbare Winde mit Wasserschöpfer und CTD (Gerät zur Messung von Temperatur, Salzgehalt und Wassertiefe). Die Winde ist so verkleinert, dass sie sowohl auf Eisschollen als auch auf dem Traditionssegler „Roald Amundsen“ eingesetzt werden konnte. Es wurden nach einem vorab auszuarbeitenden Beprobungsplan innerhalb und außerhalb der Taylor-Kappen um die Seeberge Wasserproben genommen und Temperatur und Salzgehalt in verschiedenen Wassertiefen gemessen. Das Schiff wurde mit einer kleinen Laboreinrichtung ausgestattet. Zur Einarbeitung in die Bedienung der Geräte und für das Beantworten aller während der Arbeiten auftretenden Fragen wurde die Fahrt von WissenschaftlerInnen des AWI begleitet.

 

Seeberge

Seeberge sind untermeerische Erhebungen, die sich aus der mehr oder weniger ebenen Fläche der Tiefsee erheben. Dabei ändert sich die Wassertiefe über sehr kurze Distanzen von mehreren tausend Metern Wassertiefe auf wenige hundert Meter. Unter bestimmten physikalischen Voraussetzungen (vorherrschende Meeresströmungen, Gezeiten) bildet sich um einen Seeberg ein Strömungswirbel aus, der sich in seiner Position wenig oder gar nicht verändert. Solch ein Strömungswirbel wird auch "Taylor-Kappe" genannt.
Die physikalischen und biologischen Verhältnisse innerhalb und außerhalb des Wirbels sind grundlegend verschieden. Innerhalb des Wirbels sind zumeist ausreichend Nährstoffe vorhanden. Diese Nährstoffe bilden eine Nahrungsgrundlage für andere Organismen. Außerhalb des Wirbels sind die Gebiete eher durch Nährstoffarmut ausgezeichnet. Plankton-Organismen, die meistens sehr klein sind und sich nicht aktiv gegenüber der Strömung bewegen, profitieren von der im Wirbel vorhandenen Nahrungsgrundlage, sind in solchen Strömungswirbeln aber auch "gefangen". Sowohl die Anzahl der vorkommenden Plankton-Arten als auch ihre Biomasse können innerhalb und außerhalb des Strömungswirbels daher sehr verschieden sein!

 

Kontakt

Projektleitung HIGHSEA
Dr. Susanne Gatti & Kerstin v. Engeln
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Am Handelshafen 12
27570 Bremerhaven

Tel. 0471 - 4831 1392
Fax 0471 - 4831 1425


 
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