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Warum befindet sich das Planetarium Bremerhaven im Alfred-Wegener-Institut?

Das Planetarium wird in Kooperation zwischen dem Alfred-Wegener-Institut und dem Schulamt Bremerhaven betrieben. Das Zeiss Kleinplanetarium 1 (ZKP 1) wurde zu Beginn der 60er Jahre erworben und diente früher der Ausbildung von Nautikern als das Gebäude des Alfred-Wegener-Instituts in der Bussestr. 24 noch die Hochschule für Seefahrt beheimatete. Heute wird es als Besucher-Planetarium nach besonderer Absprache bereit gehalten.


 

Was ist ein Planetarium?

Im Planetarium wird der Sternenhimmel auf das Innere einer großen Kuppel projiziert. Die Projektoren sind in einem Gerät vereinigt, das Mechanismen enthält, um die Bewegung der Sterne am Projektionshimmel zu ermöglichen. Unabhängig von Tag, Nacht und Wetter kann der künstliche Sternenhimmel zu jeder Zeit betrachtet werden. Die langsamen Bewegungen in der Natur spielen sich im Planetarium mit weit höherer Geschwindigkeit als in der Natur ab. Damit wird die Anschaulichkeit gesteigert und lange Zeiträume können in kurzer Zeit nachgespielt werden. Sonne und Sterne lassen sich zusammen am Himmel sichtbar machen, so dass man z. B. den scheinbaren Jahreslauf der Sonne durch die Sternbilder des "Tierkreises" leichter verstehen kann, als dies in der Natur möglich ist. In entsprechender Weise wird auch der Lauf des Mondes und der Planeten vorgeführt. Weiterhin zeigt das Planetarium den Sternenhimmel für jeden Ort der Erde zwischen Nordpol und Äquator sowie für jeden Zeitpunkt über Jahrtausende hinweg. Zur Orientierung können die wichtigsten Netzlinien am Himmel, wie Meridian, Äquator, Ekliptik, Stundenkreis und ein Vertikalkreis dargestellt werden. Zusatzgeräte gestatten die Darstellung der Sternbilder als wirkliche Bilder am Himmel, den Verlauf einer Sonnen- und einer Mondfinsternis sowie des Anblickes des Sonnensystems aus dem Weltall.


 

Wie funktioniert das Planetarium?

Das künstliche Himmelsgewölbe hat im Planetarium einen Durchmesser von 6 m. Der Raum bietet 30 Personen Sitz- und Beobachtungsmöglichkeiten. Der gestirnte Himmel wird durch Projektion von "Sternenhimmel-Diapositiven" mit Hilfe hochwertiger Optik erzeugt. Die 31 in der Fixsternkugel angeordneten Projektoren geben etwa 5000 Sterne bis zur 6. Größenklasse wieder, die nicht nur an ihrem richtigen Ort, sondern auch in einem richtigen Helligkeitsverhältnis zueinander wie in der Natur stehen. Der gestirnte Himmel wird durch die Darstellung der Sonne, des Mondes und der Planeten vervollständigt, die sich mit Hilfe eines Astronomischem Jahrbuches einstellen lassen. Die Tagesbewegung des Fixsternhimmels bewirkt ein Elektromotor, dessen Umlaufsgeschwindigkeit regelbar ist. Die Polhöhenbewegung ist zwischen Äquator und Nordpol möglich, sie lässt sich mit einer Handkurbel ausführen. Auf die gleiche Weise kann die Präzessionsbewegung für den gesamten Präzessionszyklus demonstriert werden.

Die Fixsternkugel hat einen Durchmesser von 220 mm und trägt auf ihrer Oberfläche 31 Projektoren, die mit Fotoobjektiven von 30 mm Brennweite ausgerüstet sind. Jedem dieser Projektoren ist ein bestimmter Ausschnitt des Fixsternhimmels zugeordnet. Die hierfür erforderliche Kugelaufteilung wurde folgendermaßen vorgenommen: Werden die 12 Ecken eines regelmäßigen Zwanzigflächners durch ebene Schnitte abgestumpft, so entsteht ein Körper, dessen Oberfläche in 20 Sechsecke und 12 Fünfecke aufgeteilt ist. Diese 32 Flächen haben bei passender Lage der Schnittebenen umschriebene Kreise von annähernd gleicher Größe. Die Körperkanten, auf die Projektionskuppel übertragen, ergeben die Aufteilung des Fixsternhimmels.

Die Diapositive sind Kupferfolien von 0,015 mm Dicke, in die die Sterne entsprechend ihrer Helligkeit als Löcher gestanzt wurden. Die Abstufung von Größenklasse zu Größenklasse beträgt 1:2,5 gemäß ihrer natürlichen Größeneinteilung. Die Anzahl der projizierten Sterne beläuft sich auf etwa 5000, entsprechend den mit bloßem Auge gut sichtbaren Sternen. Dazu kommen noch die Bilder einiger heller Nebel (Orionnebel, Andromedanebel) und des Sternhaufens Präsaepe im Krebs. Die Verteilung der Sterne auf dem Diapositiv wurde auf fotografischem Wege nach vergrößerten Zeichnungen vorgenommen, denen genaue Sternkarten als Vorlage dienten. Infolge der Anwendung von Objektiven für die Projektion wird ein außerordentlich brillanter Himmel erzielt. Die Sterne sind scharf begrenzte Lichtpunkte, deren Durchmesser an der Projektionsfläche für einen Stern 6. Größe nur 1 mm beträgt. Alle Fixsternprojektoren sind mit mechanischen Blenden ausgerüstet, die das Licht, das unter den Horizont fallen würde, abblenden und auch die durch die Erdatmosphäre bedingte abnehmende Helligkeit der Himmelskörper in Horizontnähe hervorrufen. Die Blenden sind Kugelschalensegmente, sie befinden sich vor dem Objektiv und werden durch ein Gewicht immer in waagerechter Lage gehalten.


 
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