Eine Leiche zum Dessert - Die Wellhornschnecke

Eine Wellhornschnecke mit ihrem Eigelege
Die Wellhornschnecke ist die größte in der Nordsee beheimatete Schneckenart.
Ihr kräftiges Gehäuse hat eine wellenförmige Oberfläche, daher der Name! Sie ist eine der wenigen Schnecken an unserer Küste, die räuberisch lebt. Im tieferen Wasser geht sie auf Beutefang. Mit einem langen, fleischigen Schlauch, ihrem Sipho, wittert sie Beute ueber große Distanz. Hat sie das wehrlose Opfer erreicht, fährt sie aus dem Schlund einen langen Rüssel aus, an dessen Spitze die Raspelzunge sitzt. Mit diesem Freßwerkzeug verschlingt sie Brocken von Haselnußgroesse. Sogar Krebspanzer werden vollständig aufgefressen. Die Schnecken verschmähen aber auch kein Aas und spielen deshalb eine wichtige Rolle als unterseeische Putzkolonne.
Nicht allzu häufig findet man die sandfarbenen Schalen der Wellhornschnecke im Angespül. Der Einsiedlerkrebs wetteifert mit sammelnden Strandwanderern um das kuriose Gehäuse. Er ist auf leere Schneckenschalen als Wohnraum angewiesen und hat ab einer bestimmten Größe eine Vorliebe für geräumige Wellhornschnecken. Die hornigen Eikapseln der Wellhornschnecke sind im Spülsaum hingegen leicht zu finden. Sie werden vom Weibchen auf feste Unterlagen, z.B. Muschelbänke oder Steine geklebt und enthalten 1000e von Eiern, aus denen nur wenige junge Schnecken schlüpfen. Der Rest der Eier dient als Nahrung für den Nachwuchs. Die leeren Eikapseln waren früher als "Seeseifenkugeln" bekannt, denn Fischer benutzten sie zum Reinigen ihrer Hände.


