Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

Die Masse macht's! - Die Wattschnecke

Die Wattschnecke: Kleines Tier mit großer Bedeutung

Sehr sehr klein, aber auf den Gezeitenflächen des Wattenmeeres ungeheuer zahlreich, sind die Wattschnecken. Mit ihrer gelben bis dunkelbraunen Farbe und einer Schalenhöhe von maximal 6 mm, sind die die Tiere für das ungeübte Auge auf den sandigen bis schlickigen Wattböden kaum wahrnehmbar. Hat man jedoch erst einmal so ein winziges Schneckchen entdeckt, so wird der Betrachter über die ungeheure Anzahl dieser Tiere in Erstaunen versetzt. Über 200.000 Individuen pro m² konnten die Biologen der Lister Wattenmeerstation auf den Wattflächen um Sylt schon nachweisen. Wattschnecken sind sehr mobile Organismen. Bei Flut heften sie sich mit ihrem Fuß an die Wasseroberfläche, wo sie mit der Gezeitenströmung verdriften, weshalb man sie häufig in großen Mengen im Spülsaum findet.
Mit ihrer Vorliebe für verschiedene Mikroalgen, welche die Wattschnecke effektiv mit ihrer "Raspelzunge" vom Wattboden und Pflanzen abweidet, zählt sie zu den kleinsten Weidegängern im Wattenmeer. Dennoch ist ihre ökologische Bedeutung enorm, insbesondere für Seegraswiesen, die bei Ebbe trocken fallen. Sind die Seegräser stark mit Mikroalgen bewachsen, so wird sowohl das Wachstum als auch die Gesundheit der Seegräser durch Beschattung und Nahrungskonkurrenz stark beeinträchtigt. Sind in den Wiesen jedoch Wattschnecken vorhanden, weiden sie mühelos den Algenaufwuchs von den Seegrasblättern ab und fördern somit die Gesundheit der Seegraswiesen. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass Seegraswiesen Kinderstube und Laichgebiet für viele Fischarten sind!


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite
 

Weiterführende Seiten

Leben im Watt U-Z:

Uferschnecke, Stumpfwindige
Wattschnecke
Wellhornschnecke