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Der Taschenkrebs - Ein Panzerknacker im Watt

Ein gefräßiger und erbarmungsloser Räuber: der Taschenkrebs

Er ist der größte, kräftigste und erbarmungsloseste Räuber im Wattenmeer: der Taschenkrebs. Mit einer Körperbreite von bis zu 30 cm und enorm kräftigen Scheren ist vor ihm keine Beute sicher. Nachts verlässt er sein Versteck und dann werden andere Krebse, Muscheln, Schnecken, Seesterne und sogar Fische mit den dicken Kneifscheren mühelos ergriffen und zermalmt. Die Scherenfüße sind die Waffe und das Kapital des Taschenkrebses. Sie sind es aber auch, die den Krebs zu einer beliebten Beute des Menschen machen, denn deren Fleisch gilt unter Feinschmeckern als Köstlichkeit. So hat sich auf der Nordseeinsel Helgoland ein ganzer Fischereizweig dem Taschenkrebsfang verschrieben, wo sie mit Reusen, Stellnetzen und Körben gefangen werden.
Im Sylter Wattenmeer ist der Taschenkrebs auf dem Vormarsch. In den letzten Jahren beobachten die Wissenschaftler von der Lister Wattenmeerstation eine stetige Zunahme der Bestände. Doch ist dem nachtaktiven Räuber nicht leicht auf die Schliche zu kommen und die lebenden Tiere bleiben auch den Forschern meist verborgen. Häufiger zu entdecken sind seine leeren Panzer, die sich oft im Angespül des Strandes finden. Sie werden abgeworfen, wenn die Krustentiere sich häuten um zu wachsen. Die zur Zeit größten Exemplare um Sylt haben eine Körperbreite von etwa 15 cm. Fühlen sich die Tiere aber weiterhin bei uns wohl, werden wohl in Zukunft auch viel größere Exemplare zu bewundern sein.


 
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