Langsam, aber unglaublich erfolgreich - Die Gemeine Strandschnecke

Strandschnecken bei der Arbeit. Als Weidegänger erfüllen sie wichtige ökologische Funktionen im Wattenmeer
Jedem Strandspaziergänger ist sie schon aufgefallen, die etwa 1-2 cm große Strandschnecke mit braunem Gehäuse. Ob an Steinen, Holzbuhnen oder auf dem nackten Wattboden, die Schecke ist allgegenwärtig. Vor allem auf Miesmuschelbänken, dem Lieblingsstandort der Schnecken, steigt ihre Zahl auf mehrere Tausend Tiere pro m2. Hier fühlt sich die Strandschnecke besonders wohl. Wie eine Kuh auf der Wiese weidet sie die Schalen der Muscheln ab und ernährt sich von Algen und Tieren, die auf den Muschelschalen wachsen. Dabei erfüllt sie gleichzeitig eine wichtige ökologische Funktion. Untersuchungen der Sylter Wattenmeerstation haben ergeben, dass die Staubsaugeraktivität der Schnecken für die Muscheln von größer Bedeutung ist. Ohne die Schnecken würden die Miesmuscheln mit einer Vielzahl von Meeresorganismen überwachsen, eine für die Muscheln lebensbedrohliche Last.
Der große Erfolg der Strandschnecken beruht in ihrer hohen Anpassungsfähigkeit. Fallen bei Ebbe die Watten trocken, verschließt die Schnecke mit einem an ihrem Fuß verankerten Deckel ihr Gehäuse. Abgeschottet von der Umwelt kann sie so tagelang verharren. Ihr festes Gehäuse schützt sie zudem vor vielen Feinden. Nur Seepocken, die sich auf den Schneckenschalen ansiedeln, können ihr gefährlich werden. Ein dicker Pockenpanzer führt zur Bewegungslosigkeit der Schnecken, so dass sie schließlich verhungern und sterben. Das ist für die einzelnen mit Seepocken bewachsenen Schnecken dramatisch, jedoch der Gesamtbestand ist dadurch nicht gefährdet, da der Verlust durch die hohe Anzahl der Tiere aufgefangen wird. So zeigen die Schneckenbestände zwar jährliche Schwankungen, häufig sind sie dennoch immer.


