Muschelfeind Seestern

Auf Miesmuscheln spezialisiert: der Seestern
Seesterne sind im Sylter Wattenmeer zwar gegenwärtig, zu Gesicht bekommt man grössere Exemplare jedoch selten. Sie halten sich lieber im tieferen Wasser auf, da Austrocknungsstress und hungrige Möwen ihnen zusetzen. Verborgen bleibt meist auch der Seesternnachwuchs, obwohl dieser sich auch gern im Gezeitenbereich aufhält. Die winzigen, gerade reiszweckengroßen Seesternchen verstecken sich in ihren ersten Lebenswochen vorzugsweise unter Muschelklumpen, so dass man schon detektivartig nach ihnen suchen muß.
Interessant ist vor allem die Ernährungsweise der Stachelhäuter. Seesterne lieben Miesmuscheln. Nur wie herankommen an die schalengeschützten Tiere. Hier gehen die Seesterne erbarmungslos vor. Sie stülpen sich auf eine Muschel und ziehen mit ihren Armen solange an den Schalen bis die Muschel nicht mehr kann und sich leicht öffnet. Das ist ihr Todesurteil, denn nun schieben die Seesterne ihren ausstülpbaren Magen durch die Öffnung und verdauen das Muschelfleisch ausserhalb ihres eigenen Körpers.
Mit ihrem Appetit auf Muscheln sind Seesterne bei Muschelfischern nicht besonders beliebt. Seesterne bevorzugen nämlich die schönen, sauberen Muscheln der Muschelkulturflächen und können hier massenartig vorkommen. Deshalb werden sie oft abgefischt um den Muschelertrag nicht zu gering werden zu lassen.
Doch auch die auf Muscheln siedelnden Seepocken stehen auf dem Speiseplan von insbesondere kleineren Seesternen. Wird der Seepockenbewuchs von Seesternen abgefressen, kann dies negative Folgen für die Verjüngung von Muschelbänken haben, denn zwischen dem Bewuchs setzten sich viel mehr winzige heranwachsende Muschelbabies fest als auf sauberen Schalen. Somit wirken sich räuberische Seesterne in zweierlei Weisen negativ auf die Muscheldichte aus: direkt durch die Konsumption von Muscheln, und auch indirekt durch Wegfraß des Seepockenbewuchses.


