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Flipper an Sylts Westküste - der Schweinswal

Schweinswale fühlen sich vor Sylt besonders wohl.

Hai-Alarm am Brandenburger Strand von Westerland. Inmitten von badenden Urlaubern tauchen plötzlich zwei verdächtige Rückenflossen aus dem Wasser auf. Doch nach wenigen Sekunden schlägt die Panik in Begeisterung um. Die mutmaßliche Haiflosse entpuppt sich als echter Sympathieträger, dem Schweinswal. Eine Walmutter zieht arglos mit ihrem Sprössling inmitten der Badegäste ihre Runden. Doch Schweinswale lassen sich nicht nur vor Westerland beobachten. Bei ruhiger See und klaren Sichtverhältnissen sind sie an der gesamten Westseite der Insel Sylt mit schöner Regelmäßigkeit anzutreffen. Schweinswale sind die einzige heimische Walart in der Nordsee und zu ihrem Schutz wurde 1999 das erste europäische Schweinswalschutzgebiet vor der Insel Sylt eingerichtet. Äußerlich ähnelt der Schweinswal dem berühmten Fernsehdelfin Flipper, hat allerdings keine lange Schnauze und bequemt sich höchst selten zu einem Sprung aus dem Wasser. Schweinswale erreichen eine Größe von rund 1,50 Meter Länge und gehören damit zu den kleinsten Walen.
Sie ernähren sich überwiegend von fettreichen Fischen wie Hering, Makrele, aber auch Kabeljau, Seezunge, Steinbutt und Sandaal. Die Schweinswalkuh bringt jährlich höchstens ein Junges zur Welt, dass noch monatelang gesäugt wird. Schweinswale bedienen sich ähnlich wie Fledermäuse einem Echolotsystem: sie geben besonders hohe Töne ab, fangen die reflektierten Schallwellen wieder auf und können sich so auch bei schlechten Sichtverhältnissen durch das trübe Nordseewasser navigieren. Dieses Ortungssystem ist aber leider nicht fein genug, um sie vor ihrer größten Gefahr zu schützen - den Fischernetzen. Allein in den Stellnetzen der dänischen Kabeljau- und Steinbuttfischerei sterben jedes Jahr etwa 7.000 Schweinswale. Zu einer derzeit schlecht einschätzbaren Gefahr für die Schweinswale könnten auch die in Planung befindlichen Off-Shore Windkraftanlagen werden. In wie weit sich der Lärm der Rotoren negativ auf die hörempfindlichen Schweinswale auswirken könnte, wird in den nächsten zwei Jahren von einem Wissenschaftlerteam verschiedener Forschungseinrichtungen untersucht. Der Schutz des Schweinswals bildet auch einen Schwerpunkt in dem Meereszentrum, das derzeit vom Alfred-Wegener-Institut, vom Nationalparkamt und von den Sylter Naturschutzverbänden in List geplant wird.


 
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