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Pantoffeln auf der Muschelbank

Pantoffelschnecken nehmen es nicht so eng: Auf einer Miesmuschel hat sich eine Paarungskette von vier Pantoffelschnecken festgesetzt. Meist ist nur das oberste Tier ein Männchen

Weil ihre Schale von unten gesehen so aussieht wie ein Pantoffel, wurde sie Pantoffelschnecke getauft. Viele Leute halten sie fälschlicherweise für eine Muschel, da sie nicht die für Schnecken so typischen spiraligen Windungen des Gehäuses aufweist. Auch in anderer Beziehung ist sie eine sehr untypische Meeresschnecke. So ernährt sie sich zum Beispiel im Gegensatz zu fast allen anderen Schnecken unserer Küsten nicht dadurch, dass sie Untergründe abweidet, sondern die Pantoffelschnecken filtrieren das Wasser. Sie benutzt dazu ihre Kiemen und ein Schleimnetz, mit dem kleinste Partikel aus dem Wasser gefiltert werden. Auch ihr Sexleben ist ungewöhnlich, man könnte fast sagen lasterhaft. Die Tiere beginnen ihr Leben als Männchen und wandeln sich nach einer gewissen Zeit in Weibchen um. In sogenannten Paarungsketten sitzen kleinere Männchen auf großen Weibchen und sorgen per innerer Befruchtung für Nachwuchs. Dabei kommt es durchaus häufig vor, dass Männchen mit mehreren Weibchen und Weibchen mit mehreren Männchen verkehren.
 
Übrigens stammt die Pantoffelschnecke ursprünglich von der Ostküste Nordamerikas und wurde erst 1934 unabsichtlich mit amerikanischen Zuchtaustern in Sylter Gewässer verschleppt. Seitdem hat sie sich gut eingelebt und lebt vor allem auf Miesmuschelbänken unterhalb der Niedrigwasserlinie. An manchen Stellen kann man heute bis zu 1500 Tiere auf einem Quadratmeter finden. Dass die Pantoffelschnecke nicht flächendeckend in solch hohen Dichten vorkommt, wie es zum Beispiel in Frankreich der Fall ist, liegt vermutlich daran, dass sie keine kalten Winter verträgt. Untersuchungen ergaben, dass die Wintersterblichkeit bis zu 90% betragen kann. Dann sind die Sylter Oststrände mit vielen leeren Schalen der Pantoffelschnecke übersät.


 
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