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Wählerische Möwen

Silbermöwen ernähren sich auf Sylt vorwiegend von Muscheln und Strandkrabben

Sie scheinen einem auf Schritt und Tritt zu folgen auf dieser Insel. Wer kennt sie nicht, die allgegenwärtigen Schreie der Möwen am Strand, ihr Segeln hinter dem Krabbenkutter draußen auf See. Auch auf Postkarten dürfen Möwen nicht fehlen - sie gehören einfach zu Meer und Strand. Aber Möwe ist nicht gleich Möwe. Es gibt gleich drei häufige Möwenarten auf Sylt: Neben der großen Silbermöwe noch die kleinere Sturmmöwe und Lachmöwe.
 
Alle drei gelten als Allesfresser, denn sie machen vor kaum etwas halt, was ihnen vor den Schnabel kommt. Das kann verschiedenes Getier aus dem Watt, aber auch in das Meer zurückgeworfener Beifang von Fischern oder Essensreste von der Mülldeponie sein. Dass Möwen nicht so wählerisch sind, ist sicherlich ein Grund, warum man sie so häufig antrifft. Wie Thorsten Dernedde vor einiger Zeit in seiner Diplomarbeit an der Wattenmeerstation Sylt herausfand, haben die drei Arten bei uns auf der Insel aber doch bestimmte Vorlieben. Für seine Untersuchungen verwendete er unter anderem Speiballen, von den Möwen ausgewürgte unverdauliche Nahrungsteile. Anhand dieser ist zu erkennen, was die entsprechende Möwe gefressen hat. Er fand heraus, dass die beiden kleineren Möwen ihre Nahrung vor allem im Watt suchen und dort Jagd auf Strandkrabben und Würmer machen. Die Silbermöwe hingegen besucht vor allem Muschelbänke und frisst die dort zahlreich vorhandenen Strandkrabben und Miesmuscheln. Fisch aus Beifang oder Nahrungsreste von Mülldeponien scheinen auf Sylt nur eine geringe Rolle im Nahrungsspektrum der Möwen zu spielen. Um an das Fleisch der Muscheln zu gelangen, lassen die Silbermöwen häufig Muscheln aus einiger Höhe auf harte Untergründe fallen, auf denen die Schalen dann aufbrechen. Dieses Verhalten lässt sich sehr gut auf den Sylter Parkplätzen beobachten.


 
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