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Schrecken der Seefahrer: die Holzbohrassel Limnoria lignorum

Holzbohrasseln und ihr Werk. Ihr Appetit hat früher ganze Schiffe untergehen lassen

Holzbohrasseln und ihr Werk. Ihr Appetit hat früher ganze Schiffe untergehen lassen

Sie ist sehr klein und erreicht kaum eine Länge von fünf Millimetern. Dennoch haben in früheren Zeiten auch gestandene Seefahrer eine panische Angst vor ihr gehabt: der weißlich, braunen Holzbohrassel. Als die Schiffe noch aus Holz und Schutzanstriche nicht bekannt waren, gehörten die Planken der Boote zum gern angenommenen Lebensraum der Asseln. Hier lebten sie wie die Made im Speck, denn die Krebstiere wohnen nicht nur im Holz, sondern ernähren sich auch von diesem. Dafür sind sie mit gut entwickelten Mundwerkzeugen ausgestattet, mit denen sie kreisrunde, reich verzweigte Gänge bohren. Zudem besitzen die Tiere Enzyme, mit denen sie das schwer verdauliche Holz aufspalten und verdauen können.
 
Durch ihre Bohrwut entstand zuerst nur an der Oberfläche, später aber auch im Kernholz der Schiffswände ein Höhlensystem, das dem Holz nach und nach die Stabilität nahm. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Planken brachen und das Schiff dem Untergang geweiht war. Die einzige Möglichkeit, den fleißigen Winzlingen Paroli zu bieten, war die regelmäßige Anfahrt von Süßwasserhäfen. Das vertragen die Tiere nicht und sie sterben schnell ab.
 
Mit den heutigen Schiffen aus Stahl haben es die Holzbohrasseln schwer. Trotzdem ist ihre Aktivität weiterhin zu bewundern. Auf der Sylter Wattseite gibt es wohl kaum eine Holzbuhne, die nicht einigen der Tiere ein Zuhause bietet. Auch hier haben sie schon ganze Arbeit geleistet. So sind Holzbuhnen auf der Ostseite des Sylter Nordens bis auf die Stümpfe zernagt. Will man die lebenden Tiere bei der Arbeit beobachten, braucht man nur einmal ein kleines Stück Buhne abrechen und sofort ein paar Asseln in ihren Gängen entdecken. Ein Blick auf das morsche und bröckelige Holz lässt dann auch verstehen, warum die Angst vor den Asseln so groß war.


 
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