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Ein Leckerbissen - die Herzmuschel Cerastoderma edule

Die Herzmuschel ist eine wichtige Nahrungsgrundlage für Krebse, Fische und Vögel

Die Herzmuschel ist eine wichtige Nahrungsgrundlage für Krebse, Fische und Vögel

Der lateinische Name der Herzmuschel verrät schon eine ihrer Eigenschaften: „Edule“ bedeutet essbar. Doch sie ist viel mehr als das. Eher könnte sie „super lecker“ heißen. Die Herzmuschelfischerei, bei der der Meeresboden komplett umgepflügt wird, ist aber leider mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die anderen Wattlebewesen verbunden. Deshalb ist diese Fischerei im Nationalpark Wattenmeer seit 1990 in Schleswig-Holstein und seit 1992 in Niedersachsen nicht mehr erlaubt. Unsere holländischen Nachbarn sind da weniger zimperlich und handeln sich damit einen fortwährenden Streit zwischen Fischern und Naturschützern ein. Herzmuscheln schmecken nämlich nicht nur dem Menschen gut, sondern bilden auch eine wichtige Nahrungsgrundlage für Krebse, Fische und Vögel. Besonders Austernfischer und Eiderenten haben die Herzmuschel ganz oben auf ihrem Speiseplan und können in echte Nahrungsengpässe geraten, wenn die Fischerei nicht genug Muscheln übrig lässt.
 
Experimente der Wattenmeerstation Sylt haben ergeben, dass die Vögel besonders im Winter Herzmuschelbestände lokal komplett aufzehren können. Sie sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die Herzmuschelbestände im Wattenmeer starken Schwankungen unterliegen. Ein weiterer Grund für Bestandsschwankungen der Herzmuscheln ist ihre Kälteempfindlichkeit. Bei lang andauernden Frostperioden, wie zum Beispiel während des Winters 1995/96, entpuppt sich die Herzmuschel als echtes "Weichei": Nach dem Abschmelzen der Eisschollen im März 1996 befand sich auf den Wattflächen ein Teppich verwesender Herzmuscheln - der Bestand in der Gezeitenzone war fast vollständig erfroren. Allerdings kam es sofort im Sommer 1996 zu einer reichhaltigen Wiederbesiedlung der Wattflächen mit ganz jungen Herzmuscheln. Diese stammten von Elterntieren, die den Winter in tieferen Wasserschichten überlebt hatten.
 
Herzmuscheln pflanzen sich hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni, manchmal auch noch bis zum September fort. Dazu geben Männchen und Weibchen Spermien beziehungsweise Eier ins Wasser ab, in dem nach der Eibefruchtung eine Schwimmlarve entsteht. Nach etwa zwei Wochen siedeln sich die Larven auf dem Wattboden an: Stellenweise wurden schon über 100.000 Muschelbabys pro Quadratmeter gezählt. Doch diese hohen Zahlen nehmen bereits in wenigen Wochen rapide ab, denn wie schon gesagt: Die Herzmuschel schmeckt vielen Wattbewohnern einfach zu gut.


 
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