Tierwelt in der Arktis
Obwohl das Land insgesamt nur wenig Nahrung produziert, ist die Arktis Lebensraum für einige große Säugetiere, wie Eisbären, Rentiere bzw. Karibus und Moschusochsen. Auch Polar- und Eisfüchse, Schneehasen, Hermeline, Lemminge und Wölfe leben hier. Alle größeren Tiere in der Arktis sind direkt oder indirekt vom Treibeis bedeckten Meer abhängig: Es liefert ihnen ganzjährig ausreichend Nahrung.
In der arktischen Kälte ist für gleichwarme Tiere die Vermeidung von Wärmeverlust existenziell. Große Tiere haben den Vorteil, dass ihre Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen relativ klein ist - und damit auch der Wärmeverlust. Mit dicken Fettschichten sind alle arktischen Säugetiere und auch viele Vogelarten perfekt an die Kälte zu Land und im Wasser angepasst.
Kurze Nahrungskette
Das arktische Ökosystem hat kurze Nahrungsketten, die in einigen Fällen nur aus wenigen Gliedern bestehen: Meer- und Eisalgen werden von Zooplankton und Krill gefressen, das wiederum Kabeljau oder Hering und auch den Bartenwalen als Futter dient. Die Fische werden von Robben gefressen. Und die Meeressäuger wiederum dienen dem Eisbär als Nahrung. Er ist das letzte Glied in der Kette und einziger Arktisbewohner ohne natürlichen Fressfeind.
Der Eisbär - weißer Riese am Nordpol
Das größte Landraubtier der Welt ist der Eisbär. Er lebt als Einzelgänger auf dem Land beziehungsweise Eis, ist aber ein so exzellenter Schwimmer, dass er auch als Meerestier gilt. Er kommt nur am Nordpol vor und kann eine Körperlänge von mehr als zwei Metern und eine Schulterhöhe von bis zu 1,60 Meter erreichen. Männchen werden bis zu 900, Weibchen bis 400 Kilogramm schwer. Der Eisbär hat ein Wasser abweisendes weißes bis gelbliches Fell, eine dichte Unterwolle sowie eine dicke Fettschicht, die ihn gegen das kalte Wasser schützt. Er frisst besonders gerne Robben und Pflanzen nur in der Not, zum Beispiel während des eisfreien Sommers.
Eine Eisbärmutter zieht ihre Jungen ganz alleine auf. Sie bekommt im Dezember ein oder zwei Junge, die bei ihrer Geburt etwa so groß wie ein Meerschweinchen sind. Die Neugeborenen werden in einer Schneehöhle zur Welt gebracht und finden am Fell der Mutter Schutz vor der Kälte. Nach drei Monaten sind die Jungen etwa so groß wie Schäferhunde. Jetzt werden erste Erkundungstouren unternommen und schon bald weite Strecken zurückgelegt. Von der Mutter lernen die Jungen alles, was sie zum Überleben in der Eiswüste brauchen. Im Winter graben sie sich eine Höhle, in der sie etwa drei Monate schlafend verbringen. Der einzige Feind des Eisbären ist der Mensch. Seit 1981 sind die Eisbären geschützt, nur die Inuit (Eskimos) bekommen eine jährliche Jagdquote zugestanden.
Säugetiere im Meer

Buckelwal
Im Nordpolarmeer lebt eine große Anzahl von Säugetieren im Meer. Neben den zwei größten Arten, dem Blauwal und dem Finnwal, kommen in arktischen Gewässern Wale fast aller Arten vor: Plankton fressende Grönland-, Buckel- und Zwergwale ebenso wie viele Zahnwalarten. Die großen Meeressäuger wurden und werden noch immer verschieden stark bejagt und leben deshalb zum Teil nur noch in kleinen Populationen in bestimmten Gewässern. Der mit dem Beluga verwandte Narwal ist dabei die am weitesten nördlich vorkommende Art.




