Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

Pflanzenwelt in der Arktis


 

Anpassungskünstler – Leben unter Null

Zu den ersten Anpassungskünstlern gehören Algen und Kleinstlebewesen, die im Meereis oder an dessen Unterseite leben. Dort ist das Wasser minus zwei Grad Celsius kalt. Die Grenzschicht zwischen Eis und Wasser ist sehr nährstoffreich. Besonders die hoch konzentrierte Salzlake, die entsteht, wenn Meerwasser zu Eis gefriert, ist Lebensraum für kleine Organismen, arktische Eisalgen etwa, die kaum Licht für ihre Photosynthese benötigen.


 

Riesenalgen

Arktische Algen (Laminaria digitata) vor Spitzbergen

Großalgen, auch Meerestange genannt, werden bis zu 50 Meter lang. Die grün, rot oder braun gefärbten Meerespflanzen wachsen an Felsküsten und weisen eine bedeutende Produktivität auf. Obwohl sie nur auf 0.6 Prozent der Weltmeere vorkommen, beträgt ihr Anteil an der globalen ozeanischen Produktion zusammen mit den zu den höheren Pflanzen gehörenden Seegräsern etwa fünf Prozent.

Die von Großalgen besiedelte Zone in der Arktis reicht bis in circa 25 Meter Tiefe. Die Algen wachsen bis zu einer Wassertemperatur von 15 Grad.

In der Gezeitenzone dominieren Arten, die den Winter als mikroskopisch kleine Entwicklungsstadien überdauern und erst im Sommer zu großen Pflanzen auswachsen. Diese Strategie hilft, Verletzungen durch das schürfende Meereis im Winter zu entgehen. Ab etwa drei Meter Wassertiefe (oberes Sublitoral) folgt meist ein Gürtel von großen, derben Braunalgen. Ab etwa 20 Meter Wassertiefe (unteres Sublitoral) dominieren zarte Rotalgen.


 

Die arktische Braunalge Laminaria solidungula

Die arktische Braunalge Laminaria solidungula

Die arktische Braunalge Laminaria solidungula

Diese Art kommt ausschließlich in arktischen Gewässern vor. Deutlich sichtbar sind die Haftscheibe, der Stiel, ein junges Blatt und an der Spitze eines aus dem Vorjahr. Die Wachstumszone befindet sich im unteren Teil des jungen Blatts direkt oberhalb des Stiels. Sie bildet jedes Jahr innerhalb weniger Monate ein neues Blatt. Manchmal finden sich an einer Pflanze mehrere Blattjahrgänge.


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite