Robben
Mindestens vier Robbenarten, die alle zu den Hundsrobben zählen, sind in ihrem Leben stark vom Meereis abhängig. Sie nutzen es dabei zur Aufzucht ihres Nachwuchses, als Ruhestätte nach der Jagd oder als Zufluchtsort vor Räubern.
Weddellrobbe
Die Weddell-Robbe (Leptonychotes weddelli) ist benannt nach dem Robbenjäger James Weddell, der 1823 die damals südlichste Position der Erdkugel erreichte - in dem Meeresgiebiet, das heute ebenfalls seinen Namen trägt: Weddell-Meer. Die Robben leben das ganze Jahr in Gebieten ununterbrochener Eisbedeckung, zumeist Festeis, wo sie im Oktober ein einzelnes Junges zur Welt bringen. Weddell-Robben ernähren sich von Fischen, Tintenfischen und Krebsen wie dem Krill. Für den Beutefang bleiben die Tiere bis zu 70 Minuten unter Wasser und können dabei in Tiefen von über 500 Metern abtauchen. Speziell mit dem Leben dieser Robbenart, die eine Länge von drei Metern und ein Gewicht von 500 kg erreichen kann, befaßt sich eine Artbeitsgruppe am AWI.
Krabbenfresserrobbe
Die Krabbenfresser Robben (Lobodon carcinophagus) sind etwas kleiner als die Weddell Robben und leben weiter nördlich im antarktischen Packeis, wo sie auch ihre Jungen gebähren. Dabei wird der Nachwuchs während der Stillzeit vehement von den überaus aggressiven Eltern verteidigt. Wie der Name der Robbe schon sagt, ernähren sie sich überwiegend von Krebsen. Sie haben dazu ein spezielles Gebiß, mit dem sie in dichten Krillschwärmen die Tiere heraussieben. Die Krabbenfresser-Robbe ist vermutlich die individuenreichste Robbenart der Erde und man schätzt, daß der Krillkonsum sämtlicher Krabbenfresser-Robben, den Konsum aller Bartenwale übersteigt. Neben der Funktion als Brutstätte, nutzen die Robben das Meereis auch als Ruhe- und Zufluchtsort - auf dem Bild ist ein Tier zu sehen, daß dem Angriff eines Schwertwals entkommen ist.
Seeleopard
Seeleoparden (Hydrurga leptonyx) sind stark an die Jagd auf größere Beutetiere angepaßt. Zwar besteht ihr Nahrungsspektrum auch zu einem großen Teil aus Krill, sie ernähren sich jedoch auch von Pinguinen und jungen Robben. Trotz ihres Gewichts von bis zu 500 kg sind sie sehr schnelle Schwimmer, was durch ihr besonders glattes Fell und ihren schlanken, bis zu vier Meter langen Körper begünstigt wird. Seeleoparden sind Einzelgänger, die sich weder zur Jagd, noch zur Brut, die ebenfalls auf dem Meereis stattfindet, zur größeren Gruppen oder Kolonien zusammenfinden.
Neben den oben genannten Robben, gibt es noch eine kleine Robbenart, die ebenfalls mit dem Meereis assoziiert ist. Da sich die Rossrobbe (Ommatophoca rossi) jedoch hauptsächlich in sehr unzugänglichen Packeiszonen aufhält, ist über sie bisher nur wenig bekannt. Bis 1970 wurden von dieser kleinsten antarktischen Hundsrobbenart lediglich 200 Tiere gesichtet.





