Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 
Work on the ice3

Eisarbeiten

Meereisforschung und besonders die Arbeiten auf dem Eis erfordern einen hohen logistischen Aufwand. Außer von den küstennahen Antarktisstationen ist das Meereis nur mit Hilfe von Eisbrechern, wie der "Polarstern" erreichbar. Doch auch diese Schiffe mit ihren mehreren Tausend PS müssen oft vor dem meterdicken Packeis kapitulieren. Dabei ist es vor allem der Schnee, der die Stahlkolosse bremst und ihnen dadurch die Kraft nimmt. Um dennoch Gebiete zu erreichen, in denen die Wissenschaftler arbeiten wollen, werden oftmals Helikopter eingesetzt. Aber auch wenn das Schiff für Eisarbeiten nicht extra stoppen soll, können die Forscher auf einer Scholle abgesetzt und nach getaner Arbeit wieder auf das Schiff zurückgebracht werden. In den meisten fällen arbeitet man jedoch in unmittelbarer Nähe des Schiffs. Dazu wird eine Gangway auf das Eis herunter gelassen, so daß auch für die übrige Besatzung die Möglichkeit besteht, sich während der monatelangen Expeditionen die Beine zu vertreten. Besteht allerdings die Gefahr, daß die Tragfähigkeit des Eises nicht ausreichend ist, werden nur wenige Leute auf dem Eis abgesetzt. Dies erfolgt mit einem Korb, dem mummychair (Mumienstuhl) - der Name kommt daher, daß die Wissenschaftler in ihren Überlebensanzügen, die sie dann tragen müssen, verpackt sind wie ihre ägyptischen Verwandten.


 
Work on the ice2

Die meisten Proben werden mit Hilfe eines Bohrers gewonnen, der zylinderförmige Kerne aus dem Eis schneidet. In der Regel sind diese Bohrer motorgetrieben, aber es kommt immer wieder vor, daß man auch auf die Handkurbel zurückgreifen muß. Nach dem Bohren wird der Kern sofort zersägt, in Plastikdosen verpackt und tiefgefroren, um ihn später unverändert analysieren zu können. Wenn genug Zeit zur Verfügung steht, kann das noch an Bord und teilweise sogar schon auf dem Eis geschehen. Für die meisten biologischen und chemischen Untersuchungen müssen die Kerne jedoch zuvor aufgetaut werden, da vieles (Organismen-Zusammensetzung, Nährstoffe, Salzgehalt und Chlorophyll) nur am Wasser und nicht am festen Eis gemessen werden kann.


 
Work on the ice1

Das Meereis wird aber nicht nur direkt von Wissenschaftlern untersucht. Zu den indirekten Methoden gehören Satelliten-Fernerkundung, Radar, Untereissonar sowie luftgestützte Untersuchungen von Flugzeugen und Helikoptern z.B. mit Kameras. Viele Wissenschaftler nutzen dadurch zur Verfügung stehende meteorologische, ozeanographische wie auch biologische Daten, um Veränderungen und Produktivität des Meereises zu modellieren, um so seine Rolle sowohl für das polare Ökosystem als auch für das globale Klima zu verstehen.


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite