Gibt es im Meer Rohstoffvorkommen?
Im Meer gibt es drei große Gruppen von Rohstoffvorkommen: Manganknollenfelder, Erzschlämme und Kohlenwasserstoffe.
Manganknollen enthalten Kupfer und Stahlveredler wie Vanadium, Chrom, Molybdän. Sie wurden bereits vor einigen Jahren ausgiebig kartiert, große bekannte Manganknollenfelder gibt es vorwiegend im Pazifik. Da es an Land noch ausreichend Erzlagerstätten gibt, werden die Knollen aber bisher nicht gefördert.
Erzschlämme entstehen in der Nähe der mittelozeanischen Rücken. Hier dringt Meerwasser in den neu entstehenden Meeresboden ein, löst Metalle aus dem Gestein und tritt wieder ins freie Wasser aus. Aus dem heißen, metallreichen Wasser fallen beim Kontakt mit dem kalten Bodenwasser feinkörnige Erze aus, die sich auf dem Meeresboden ablagern. Dadurch sind im Laufe der Erdgeschichte große Lagerstätten wie der Rammelsberg, ein Silberbergwerk im Harz, entstanden. Umfangreiche Ablagerungen wurden auch im Roten Meer beobachtet und untersucht.
Viele Vorkommen von Kohlenwasserstoffen sind schon bekannt und werden wie beispielsweise in der Nordsee bereits gefördert. Trotzdem werden weitere größere Vorkommen vermutet. Ob die Sedimente der Schelfmeere Kohlenwasserstoffe enthalten, ist von der geologischen Geschichte abhängig. Gefunden werden sie durch seismische Untersuchungen, die jedoch bei mehreren 100 Meter Wassertiefe deutlich teurer sind als an Land. Daher werden viele Lagerstätten unter Umständen erst interessant, wenn die Kohlenwasserstoffe an Land knapp werden.


