Führt ein wachsendes "Ozonloch" zu einer verstärkten Eisschmelze in den Polargebieten?
Nein, schmelzendes Eis in den Polarregionen steht mit dem Ozonloch in keinem direkten Zusammenhang.
Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Arten von Strahlung: Es gibt die Wärmestrahlung (IR-, Infrarot-Strahlung), die zum Beispiel das warme Gefühl bewirkt, wenn Sonne auf die Haut strahlt. Des Weiteren gibt es die sichtbare Strahlung (VIS-, visuelle Strahlung), die es dem menschlichen Auge ermöglicht, Farben oder generell Dinge zu sehen. Und einen Teil der Sonnenstrahlung kann der Mensch nicht wahrnehmen: die UV- oder ultraviolette Strahlung. Sie ist unter anderem für den Sonnenbrand nach einem zu langen Sonnenbad verantwortlich.
Die Ozonschicht absorbiert einen großen Teil der UV-Strahlung, IR- und VIS-Strahlung passieren sie dagegen nahezu ungehindert. Das bedeutet: Im Bereich eines Ozonlochs ist man zwar erhöhter UV-Strahlung ausgesetzt, die Intensität der IR- und VIS-Strahlung verändert sich jedoch kaum. Es wird also nicht wesentlich wärmer oder heller. Demnach schmilzt im Bereich eines Ozonloches auch nicht mehr Eis als in Bereichen mit intakter Ozonschicht.


