Filchner-Station (1982-1999)

Die auf Stelzen stehenden Container der Filchner-Station
Filchner-Ronne-Schelfeis, südliches Weddellmeer,
Im südlichen Weddellmeer, auf einer der größten Schelfeistafeln der Antarktis (470.000 Quadratkilometer), wurde 1982 die Filchner-Station eröffnet. Namensgeber war Wilhelm Filchner, Geograph und Leiter der zweiten deutschen Südpolarexpedition (1911/12).
Mehr als 15 Jahre später, am 13. Oktober 1998 zeigten Satellitenbilder, dass sich ein mehrere tausend Quadratkilometer großer Eisberg mit der Filchner-Station vom Ronne-Schelfeis gelöst hatte. Die Station war zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt. Die Bergung der Station, die seitdem im Weddellmeer driftete, gelang im Februar 1999. In nur zehn Tagen wurden Wohn- und Laborcontainer vollständig abgebaut und 120 Tonnen Stationsmaterial und 50 Tonnen Transportgerät (Pistenbullys, Schlitten und Container) auf das Forschungsschiff "Polarstern" verladen.
Die Station wurde nur während der antarktischen Sommer genutzt, wenn das Forschungsschiff "Polarstern" und die Polarflugzeuge des AWI eintrafen. Sie diente als Basis und Ausgangspunkt für glaziologische und geophysikalische Arbeiten im internationalen "Filchner-Ronne-Schelfeis-Programm" (FRISP). Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die Fließeigenschaften des Schelfeises, der Stoffeintrag aus der Atmosphäre in das Eis und die Wechselwirkungen zwischen Schelfeis und Ozean. Seit Anfang 1990 betreute das AWI eine automatische Wetterstation in unmittelbarer Nähe. Von dort wurden permanent Daten über Luftdruck, Temperatur, Windgeschwindigkeit und Windrichtung ins weltweite Wetterdatennetz eingespeist.
Die auf Stelzen stehenden Container der Filchner-Station boten Platz für zwölf Wissenschaftler und Techniker. Aufgrund der Schneefälle mussten die Container alle zwei bis drei Jahre etwa einen Meter angehoben werden. Die Position der Station änderte sich stetig mit der Bewegung des Schelfeises. Die Nordostdrift betrug etwa 1.000 Meter pro Jahr.


