Carl Koldewey – Pionier im Nordpolarmeer

Carl Christian Koldewey (1837-1908)
geboren: 26. Oktober 1837 in Bücken (bei Hoya)
gestorben: 17. Mai 1908 in Hamburg
Carl Koldewey verlässt die Schule in Clausthal 1852 vorzeitig und beginnt 1853 mit der Seefahrt. In den folgenden Jahren beendet er seine Ausbildung zum Kapitän und beginnt um 1866 ein Studium in Hannover mit dem Berufsziel Navigationslehrer. An der Universität Göttingen setzt er dieses Studium mit den Fächern Mathematik, Physik und Astronomie fort.
Im Jahr 1868 wird ihm von August Petermann die Leitung der ersten Nordpolarexpedition mit der "Grönland" angetragen. Ihr folgt 1869/70 die bedeutende zweite deutsche Nordpolarreise auf der "Germania". Wieder ist Koldewey Kapitän und Leiter. Der ursprüngliche Plan, in die arktische Zentralregion und möglichst bis in die Beringstraße vorzudringen, scheitert bereits auf Höhe des grönländischen Festlandes. Nach mehreren Anläufen muss Koldewey bei 75,5° wegen undurchdringlichen Eises umkehren.
Koldewey ist nach den Fahrten ins Eis maßgeblich an wissenschaftlichen und auch erzählerischen Publikationen beteiligt. Von 1871 an arbeitet er an der Deutschen Seewarte in Hamburg, in der er unter der Direktion Neumayers im Jahr 1875 die Leitung der Abteilung "Nautische Instrumente" übernimmt. In seiner weiteren Arbeit widmet er sich vor allem der "Kompaßtheorie". Am 31. Juli 1905 geht Koldewey in den Ruhestand.
Nach Carl Koldewey ist die 1991 eingeweihte Koldewey Station in Ny-Ålesund, Spitsbergen, benannt.


