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Mehr über PALAOA

Schon bevor die PALAOA-Station errichtet wurde, haben Wissenschaftler Unterwasseraufnahmen gemacht. Hydrophone, also Unterwassermikrophone werden dazu entweder an Bojen befestigt oder direkt im Meeresboden verankert. Allerdings werden Bojen im Antarktischen Ozean häufig von driftenden Eisschollen zerstört. Verankerungen im flachen Küstenwasser  sind durch große Eisberge gefährdet, die den Grund durchpflügen. Die beste Lösung ist tatsächlich, die Hydrophone direkt im Eis zu fixieren.


 

Das Observatorium

Das massive Ekström Schelfeis auf dem PALAOA errichtet wurde, ist bis zu hundert Meter dick und bietet den optimalen Schutz für die Technik. 15 km nördlich der Neumayerstation, westlich der Aktabucht wurden daher vier Löcher ins Eis gebohrt, um die Hydrophone im darunter liegenden Wasserkörper zu versenken. Diese Stelle bietet sich an, weil sich das Schelfeis hier wie die Finger einer ausgestreckten Hand ins Meer erstreckt. Der Finger auf dem PALAOA sitzt, der North Pier, ist rundum von Wasser umgeben und garantiert daher besonders gute Aufnahmen aus dem Ozean.

Um die Löcher  in die dicke Eismasse zu bohren wurde ein vom AWI entwickelter Heißwasserbohrer verwendet. Für ein Loch benötigte der Bohrer zwölf Stunden und verbrauchte dabei über 750 kW um das Eis schmelzen.

PALAOA hat eine autonome Energieversorgung. Die Station speist sich aus Solarpanels, Windgeneratoren und einer Brennstoffzelle. Die Energie wird unter anderem verwendet, um die gesammelten Daten drahtlos, mittels WLAN an die Neumayerstation zu senden. Von dort aus geht es per Satellit weiter ins Alfred-Wegener-Institut nach Bremerhaven.
PALAOA generiert riesige Datenmengen, rund 140 GB pro Tag. Um den Wissenschaftlern die Arbeit zu erleichtern, wird vom Computer eine Vorauswahl getroffen. Am PC ist es außerdem möglich das Gehörte als Sonargramme zu visualisieren.


 

Forschung

Die Aufzeichnung von Unterwassergeräuschen mit PALAOA ist für mehrere Jahre geplant.
Mit den Langzeitaufnahmen erhoffen sich die Wissenschaftler von der Abteilung Ozeanische Akustik einige Fragen zu klären:


 
  • Wie klingen die artenspezifischen Rufe und wie viele verschiedene Vokalisationen haben die einzelnen Arten in ihrem Repertoire?
  • Wie viele Tiere befinden sich im Messbereich, wie kann man sie unterscheiden?
  • Wie lassen sich die Bewegungen der Meeressäuger mit Hilfe der akustischen Daten berechnen?
  • Welche Auswirkungen haben anthropogene, also vom Menschen gemachte Geräusche auf das Verhalten der Tiere?

 

Die Daten die PALAOA sammelt sind größtenteils frei anthropogenen Geräuschen, da sie in einer Umgebung aufgenommen werden, die vom Menschen noch weitgehend unberührt ist. Diese reinen Daten können auch dazu verwendet werden, eine Technik zu entwickeln, die es ermöglicht Störgeräusche aus akustischen Aufnahmen herauszufiltern. Zum Beispiel die Geräusche, die eine Schiffsschraube verursacht. Forschungsschiffe, die ebenfalls Geräuschproben sammeln könnten mit der Technik arbeiten um bessere Ergebnisse zubekommen.


 
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Kontakt

Projektleiter
Dr. Lars Kindermann