Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite

 

PALAOA - Wie klingt das Südpolarmeer?

„Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer...“ schrieb Johann Wolfgang von Goethe vor über 200 Jahren. Heute wissen wir, dass es unter Wasser viel zuhören gibt. Mit Hilfe der Wissenschaft können die verborgenen Klänge des Meeres hörbar gemacht werden.


 

PALAOA steht für PerenniAL Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean. Palaoa ist aber auch das hawaiianische Wort für Wal und tatsächlich kann die Forschungsstation mit ihren Unterwassermikrophonen die Gesänge der Meeresriesen hörbar machen. Der kleine Forschungscontainer ist unbemannt und steht unweit der Neumayer-Station auf dem Schelfeis der Aktabucht in der Antarktis. Von hier aus werden alle akustischen Signale aus der Unterwasserwelt aufzeichnet. Und unter dem Eis gibt es einiges zuhören: Im antarktischen Ozean lebt eine Reihe von Meeressäugern, die mithilfe von Lauten kommunizieren, jagen und navigieren. Darunter auch der Schwertwal und das größte Tier der Erde, der Blauwal.

Da im antarktischen Winter fast völlige Dunkelheit herrscht, sind biologische Untersuchungen dort nur eingeschränkt möglich. PALAOA ist jedoch von den Sichtverhältnissen unabhängig und nimmt das ganze Jahr über, 24 Stunden am Tag auf, was tief unter dem Schelfeis im Wasser vor sich geht. Nicht nur die Stimmen der Meeresbewohner sind zu hören, die Tiere sind auch von einer ständigen Geräuschkulisse umgeben: Eisschollen reiben aneinander, und treiben durchs Meer, große Stücke Schelfeis stürzen tosend ins Wasser und jährlich schippert die Polarstern vorbei um die Neumayerstation zu versorgen. Alle diese Ereignisse hinterlassen Spuren auf den Aufzeichnungen und zeigen ganz deutlich, dass der Ozean längst nicht so still ist, wie er scheint.


 

Meereslauschen

Tierlaute

Pfeifende Weddelrobben,  klickende Schwertwale und auch die seltene und wenig erforschte Rossrobbe kann man sich hier anhören.


 

Eisklänge

Besonders faszinierend sind die Geräusche, die das Eis selbst macht. Da gibt es singende Eisberge, kollidierende Schollen und kalbendes Schelfeis.


 
Druckversion dieser Seite
PDF-Version dieser Seite
 

Kontakt

Projektleiter
Dr. Olaf Boebel