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Forschung für die Arktis

Die Arktis ist eine Schlüsselregion, die durch Klimawandel und geopolitische Entwicklungen zunehmend in den Mittelpunkt politischer und wirtschaftlicher Interessen rückt. Schutz und nachhaltige Entwicklung dieses einzigartigen Lebensraums sind große Herausforderungen und werfen vielfältige Fragen auf, für deren Lösung die Polarforschung eine Wissensbasis schafft.

Über Atmosphäre und Meeresströmungen ist die Arktis mit dem Rest der Welt verbunden und spielt eine wichtige Rolle für das globale Klima. Veränderungen, wie der rasche Rückgang des Meereises, das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes oder die Ausbreitung des Ozonlochs über der nördlichen Hemisphäre, die mit der überdurchschnittlich starken Erwärmung des hohen Nordens einhergehen, wirken sich weit über die arktische Region hinaus aus. So zeigen neue Ergebnisse, dass die geringe Meereisausdehnung im arktischen Ozean im Sommer die Wahrscheinlichkeit für kalte Winter in Mitteleuropa erhöht, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben. 

In Anbetracht der zunehmenden menschlichen Aktivitäten in der Arktis, wie der Erschließung neuer Schifffahrtsrouten und Ressourcen, sind Schutz und nachhaltige Entwicklung des Lebensraums Arktis eine vorrangige Aufgabe. Bessere wissenschaftliche Beobachtungen und Vorhersagen werden dazu dringend benötigt. Die bisherigen Forschungen, vor allem die vielen Projekte im Rahmen des Internationalen Polarjahrs (IPY) 2007/2008, haben hierfür eine gute Grundlage geschaffen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft wird ebenfalls neue Impulse für die Arktisforschung liefern, z.B. durch den geplanten Ausbau eines Ozean- und Tiefsee-Observatoriums in der Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland, wo der hauptsächliche Wasseraustausch zwischen dem Nordatlantik und der Arktis stattfindet. Hochauflösende Messungen und Beobachtungen an dieser marinen "Pulsader" werden bessere Rückschlüsse auf das Verhalten und die Entwicklungen im gesamten Arktischen Ozean ermöglichen.

Es gilt nun, auf nationaler und internationaler Ebene die Arktisforschung weiter zu stärken. "From Knowledge to Action", dies ist auch das Motto der IPY Konferenz, die im April 2012 in Montreal stattfinden wird.

Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung

 

Dieser Beitrag erschien in der März-Ausgabe des Newsletters der Helmholtz-Gemeinschaft


 
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